{"id":17491,"date":"2023-08-24T10:26:48","date_gmt":"2023-08-24T08:26:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=17491"},"modified":"2023-08-31T13:46:42","modified_gmt":"2023-08-31T11:46:42","slug":"glaube-auf-dem-pruefstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/glaube-auf-dem-pruefstand","title":{"rendered":"Glaube auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/glaube1-e1692865453870.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-17494\" src=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/glaube1-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" \/><\/a>Glaube auf dem Pr\u00fcfstand<\/span><\/p>\n<p>Mt 15, 21-28<\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder\u00a0!<\/p>\n<p>Um das Evangelium dieses Sonntags in seiner Tiefe und Dramatik verstehen zu k\u00f6nnen, muss man das Verh\u00e4ltnis der Juden zu den Nichtjuden vor 2000 Jahren mit bedenken. Das j\u00fcdische Volk war das von Gott auserw\u00e4hlte Volk. Er hat diesem Volk viel Gutes erwiesen, auch wenn dieses Volk die Treue und Liebe Gottes oft nicht gen\u00fcgend beantwortet hat. Die Juden nannten alle anderen V\u00f6lker einfach die Heiden, was auch bedeutete: diejenigen, die nicht an den einzigen und wahren Gott glauben. Diese Auserw\u00e4hlung haben manche mit falschem Stolz gelebt, anstatt mit Dankbarkeit.<\/p>\n<p>Jesus kam in diese Welt, um das Heil Gottes, seine Botschaft, seine Liebe nun allen Menschen anzubieten, auch wenn er sich selbst mit einigen wenigen Ausnahmen dem Volk Israel zuwandte, vor allem den durch die S\u00fcnde verlorenen Schafen des Volkes Israel. In diesem Sinn sagt er heute im Evangelium: \u201eIch bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.\u201c Seine Apostel und J\u00fcnger hat er erw\u00e4hlt und bestellt, dass sie in seinem Namen das Heil in die ganze Welt hinaustragen.<\/p>\n<p>Einmal begab er sich in die Gegend von Tyrus und Sidon, einem heidnischen Land, im heutigen Libanon gelegen. Eine Nichtj\u00fcdin, eine kanaan\u00e4ische Frau, wendet sich an ihn, die in gr\u00f6\u00dfter Not war. Ihre Tochter wurde von einem D\u00e4mon gequ\u00e4lt. Wie sich diese Qualen zeigten, wird nicht genauer beschrieben. Jedenfalls war die Frau verzweifelt. Sie wusste zugleich um diesen Graben zwischen Juden und Nichtjuden, zwischen ihr und Jesus. Dennoch wagte sie den Schritt zu Jesus. Wer leidet, sucht Hilfe, wer auch immer helfen kann oder zu helfen behauptet.<\/p>\n<p>Nicht mit zarter Stimme, sondern mit kr\u00e4ftiger Stimme rief sie: \u201eHab Erbarmen mit mir. Herr, du Sohn Davids. Meine Tochter wird von einem D\u00e4mon gequ\u00e4lt\u201c. Ihre ganze Ehrfurcht vor Jesus dr\u00fcckt sie aus in den Worten: \u201eHerr, du Sohn Davids.\u201c Sie anerkennt ihn Angeh\u00f6rigen des j\u00fcdischen K\u00f6nigsgeschlechts, der k\u00f6niglichen Familie des David. Jetzt aber kommt eine befremdende Reaktion Jesu: \u201eJesus aber gab ihr keine Antwort.\u201c<\/p>\n<p>Man sagt zu Recht: Wenn jemand nicht reagiert, ist das meistens schmerzlicher, als wenn jemand negativ reagiert. Wenn man einem Mitmenschen Schmerz zuf\u00fcgen m\u00f6chte, dann straft man ihn bewusst mit Schweigen. Jesus wollte sie nicht strafen.<\/p>\n<p>Jesus pr\u00fcft ihren Glauben. Gibt es solche Glaubenspr\u00fcfungen nicht auch in unserem Leben? Wir beten und beten\u2026, aber Gott schweigt. Er r\u00fchrt sich nicht. Der heilige Johannes von Kreuz ging durch solche Glaubenspr\u00fcfungen und dr\u00fcckt sie so aus: \u201eSchreiend bin ich dir nachgelaufen, aber du warst verschwunden.\u201c.<\/p>\n<p>Das Leid l\u00e4sst die Frau weiterk\u00e4mpfen. Sie wird immer lauter. Den J\u00fcngern geht das auf die Nerven und sie sagen zu Jesus: \u201eSchick sie fort, denn sie schreit hinter uns her!\u201c Jetzt kommt sie eine zweite Zur\u00fcckweisung Jesu, wenn er sagt: \u201eIch bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.\u201c Es scheint, dass sich Jesus nicht f\u00fcr sie interessiert.<\/p>\n<p>Sie macht weiter. Sie f\u00e4llt vor Jesus nieder. Sie bezeugt tiefe Ehrfrucht! Sie wiederholt ihre Bitte: \u201eHerr, hilf mir.\u201c Jetzt kommt die dritte Zur\u00fcckeisung der Frau: \u00ab\u00a0Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen.\u201c Mit anderen Worten: Es ist nicht recht, das Brot den von Gott geliebten Juden wegzunehmen und es den Hunden, den Heiden, vorzuwerfen. Welche Dem\u00fctigung! Der Glaube der leidenden Frau ist unersch\u00fctterlich und sie sagt: \u201eAber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch des Herrn fallen.\u201c<\/p>\n<p>Und jetzt kommt ein wunderbarer Lobpreis Jesu auf den Glauben dieser Nichtj\u00fcdin: \u201eFrau, dein Glaube ist gro\u00df.\u201c Zum Sch\u00f6nsten, was Jesus \u00fcber einen Menschen sagen kann, geh\u00f6ren diese Worte: Dein Glaube ist gro\u00df. Dein Vertrauen zu Gott ist wunderbar. Solchen Glauben belohnt Jesus: \u201eEs soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.\u201c<\/p>\n<p>Mit einem Gebet schlie\u00dfe ich ab: Jesus, schenk uns einen solchen Glauben, oder wenigstens ein wenig von diesem Glauben der kanaan\u00e4ischen Frau. Einen unersch\u00fctterlichen Glauben. Einen Glauben, der \u00fcber alle unsere Gedanken und Gef\u00fchle hinausgeht. Einen Glauben, der jeder Entt\u00e4uschung standh\u00e4lt, einen Glauben, der jeder Versuchung zur Mutlosigkeit, zur Rebellion, zur Abwendung von Gott standh\u00e4lt, einen Glauben, der durch N\u00e4chte geht, durch lange Wartezeiten, durch was auch immer. Schenk uns einen Glauben, auf den du mit Erh\u00f6rungen und Wundern antwortest. Amen.<\/p>\n<p>P. Peter Willi FSO<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glaube auf dem Pr\u00fcfstand Mt 15, 21-28 Liebe Schwestern und Br\u00fcder\u00a0! 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