{"id":1842,"date":"2018-01-21T22:20:51","date_gmt":"2018-01-21T21:20:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=1842"},"modified":"2018-01-21T22:20:51","modified_gmt":"2018-01-21T21:20:51","slug":"zeugnis-geben-predigt-zum-fest-des-hl-sebastian","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/zeugnis-geben-predigt-zum-fest-des-hl-sebastian","title":{"rendered":"Zeugnis geben &#8211; Predigt zum Fest des hl. Sebastian"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/gisingen-patrozinium-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-1843\" src=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/gisingen-patrozinium-01.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/gisingen-patrozinium-01.jpg 300w, https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/gisingen-patrozinium-01-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/a><em>Predigt von P. Peter Willi am 21. J\u00e4nner 2018 zum Hochfest des hl. Sebastian in der Pfarrkirche Gisingen<\/em><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p>zu allen Zeiten gab es in der Kirche M\u00e4rtyrer. Der erste unter ihnen war der hl. Stephanus, der j\u00fcngste unter ihnen ist vielleicht ein Christ, der erst in der vergangenen Woche fern von der medialen \u00d6ffentlichkeit irgendwo auf der Welt sein Leben f\u00fcr Christus gegeben hat. Allen M\u00e4rtyrern ist gemeinsam, dass sie ihr Leben f\u00fcr Christus gegeben haben. Das Leben gibt man nicht f\u00fcr irgendeine wage Annahme, f\u00fcr eine Meinung, f\u00fcr eine Idee oder f\u00fcr etwas, wovon man sich nicht ganz sicher ist. F\u00fcr alle M\u00e4rtyrer war Jesus Christus so bedeutsam, dass keine Macht sie zwingen konnte, diesen Jesus zu verleugnen und sich von ihm loszusagen.<\/p>\n<p>So war es auch beim hl. Sebastian. Er hat nichts getan, wof\u00fcr er den Tod verdient h\u00e4tte. Die wahren Christen aller Zeiten waren und sind Menschen mit Pflichtbewusstsein, Menschen der Ehrlichkeit, der Hilfsbereitschaft, der G\u00fcte, des Helfens und der Liebe. Deshalb hat man sie gesch\u00e4tzt und vielfach bewundert. Zugleich hatten sie ihre \u00dcberzeugungen und verteidigten die Wahrheit. Man empfand sie als unbequem. Das gilt auch noch in unseren Tagen. Dem unehrlichen Menschen ist der ehrliche Mensch eine gewisse innere Anklage, dem Abtreibungsbef\u00fcrworter sind die Abtreibungsgegner ein Dorn im Auge und der Christ, der bei einem Betriebsausflug nach Wien am Sonntagmorgen fr\u00fcher aufsteht, um nach M\u00f6glichkeit irgendwo eine hl. Messe zu besuchen, wird vielleicht von seinen Berufskollegen als jemand etikettiert, der es \u00fcbertreibt.<\/p>\n<p>Das Martyrium der Christen m\u00fcssen wir auf dem Hintergrund des Geisteskampfes zwischen Licht und Finsternis und zwischen L\u00fcge und Wahrheit sehen, der die Weltgeschichte und jede menschliche Seele durchzieht. \u00dcberzeugte Christen wirken bewundernswert auf die einen und sind nicht selten ein Vorwurf f\u00fcr die anderen. Man geht auf Distanz zu ihnen, sogar in verschiedenen Formen von Gewalt. So war es auch beim hl. Sebastian der Fall.<\/p>\n<p>Christen tragen einen Schatz im Herzen, den sie auf keinen Fall aufgeben wollen. Das ist die Freundschaft mit Jesus Christus. Ein ber\u00fchmt gewordenes Wort von Papst Benedikt XVI. lautet: <em>\u201eAm Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss oder eine gro\u00dfe Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt. In seinem Evangelium hatte Johannes dieses Ereignis mit den folgenden Worten ausgedr\u00fcckt: ,,So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt &#8230; das ewige Leben hat\u2019\u2019 (3, 16)<\/em>\u201c (Deus caritas est, 1). Was will Papst Benedikt uns sagen? Christsein ist nicht nur irgendein n\u00fctzlicher Verhaltenscodex. Das Christentum ist zun\u00e4chst nicht dazu da, um die Gesellschaft mit ordentlichen Staatsb\u00fcrgern zu beliefern. Unz\u00e4hlige Christen waren dies und sind dies bis heute. Christen sind Humanisten, aber noch mehr. Es geht ihnen nicht nur um ein gutes Menschsein. Es geht ihnen um die Person Jesu Christi, um die Freundschaft mit ihm, um das Leben mit ihm. Christsein ist Beziehung mit Jesus Christus, dem Sohn Gottes.<\/p>\n<p>Wer aus dieser Freundschaft lebt, der wird ein Missionar und ein Apostel dort, wo er lebt und arbeitet. Er m\u00f6chte andere f\u00fcr Christus und f\u00fcr den Glauben an Christus gewinnen. Vor 2000 Jahren hat der Apostel Petrus an einzelne Christen, die irgendwo verstreut lebten, und zu einer Zeit, in der es noch keine Kirchen gab und man sich in Privath\u00e4usern traf, folgende Worte geschrieben, die wir soeben in der Lesung geh\u00f6rt haben: <em>\u201eWenn ihr um der Gerechtigkeit willen leiden m\u00fcsst, seid ihr seligzupreisen. F\u00fcrchtet euch nicht vor ihnen, und lasst euch nicht erschrecken, sondern haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig. Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erf\u00fcllt; aber antwortet bescheiden und ehrf\u00fcrchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen\u201c<\/em> (1 Petr 3,14-16). Der Christ versteckt seinen Glauben nicht. Er gibt Zeugnis davon durch sein Leben und durch seine Worte und er tut dies, wie Petrus sagt, in einer <u>bescheidenen und ehrf\u00fcrchtigen<\/u> Weise, mit reinem Gewissen. Der Christ tritt mit seinem Glauben nicht selbstsicher oder von oben herab redend auf. Vom Schatz, den wir in unseren Herzen tragen, geben wir ein bescheidenes und ehrf\u00fcrchtiges, ein frohes und gl\u00fcckliches Zeugnis.<\/p>\n<p>In Vorarlberg geh\u00f6ren 60 % der katholischen Kirche an. Dazu kommen, so denke ich, einige Prozent Christen anderer christlicher Konfessionen, Anh\u00e4nger verschiedener Religionsgemeinschaften und eine wachsende Zahl von Moslems. Ich denke, dass die Anzahl von Menschen, die ohne religi\u00f6ses Bekenntnis sind, st\u00e4ndig im Wachsen ist. Wie viele Christen bei uns aus einer lebendigen Gottes- und Jesusbeziehung leben, wei\u00df Gott allein. Wie man auch immer die religi\u00f6se Situation beurteilt, eines ist gewiss: Es ist wieder die Stunde des Zeugnisses und der Mission gekommen. Das ist der gro\u00dfe Wunsch von Papst Franziskus f\u00fcr uns alle. Er will, dass wir alle <u>Zeugen der Freude des Evangeliums<\/u> sind. Missionare und Zeugen kann man nicht herbei befehlen und einfach machen. Wenn man aber das Feuer des Glaubens im Herzen tr\u00e4gt, will man es in anderen entz\u00fcnden. Wir Christen d\u00fcrfen und wollen anderen ihren Glauben nicht aufzwingen. Wir sind aber auch nicht diejenigen, die einfach sagen: Jeder soll halt machen, was er will. Nein, Jesus <u>will<\/u>, dass wir andere Menschen f\u00fcr Christus gewinnen. Geht zu allen V\u00f6lkern und macht alle Menschen zu meinen J\u00fcngern \u2013 das ist sein Auftrag an uns. Wir respektieren die freie Entscheidung anderer im Blick auf den Glauben, aber wir beten, dass viele zu einem lebendigen Glauben kommen, wir laden ein, wir sprechen dar\u00fcber, wir bezeugen unseren Glauben.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, lebt mit \u00dcberzeugung euren Glauben und bezeugt ihn nach au\u00dfen. Seid Missionare, seid Zeugen Jesu an dem Platz und an dem Ort, wo ihr lebt. Und nun noch eine Bitte: Wer w\u00e4re bereit, uns im kommenden M\u00e4rz bei der Caritas-Haussammlung zu helfen. Wir brauchen neue Sammler. Es geht um einen Dienst an Kindern und Erwachsenen in Vorarlberg, die eher an der Schattenseite des Lebens leben. Das Caritas Haussammeln ein Zeugnis f\u00fcr die Kirche und f\u00fcr Gott, es ist ein Fastenopfer, das reichen Segen bringt, es ist eine Chance, den gro\u00dfen Sebastian nicht nur zu feiern, sondern seinem Beispiel zu folgen. Er ging in die Gef\u00e4ngnisse, um die Christen zu besuchen, und wir klopfen und l\u00e4uten bei den Haust\u00fcren von Gisingen.<\/p>\n<p>Auf diese und viele andere Weisen k\u00f6nnen und sollen wir Zeugen Jesu Christi sein. Der heilige Sebastian und viele andere gro\u00dfe M\u00e4rtyrer sind uns Vorbilder und ermutigen uns dazu. Amen.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt von P. Peter Willi am 21. J\u00e4nner 2018 zum Hochfest des hl. 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