{"id":22527,"date":"2024-12-30T14:57:24","date_gmt":"2024-12-30T13:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=22527"},"modified":"2024-12-30T15:12:36","modified_gmt":"2024-12-30T14:12:36","slug":"zwei-weihnachtspredigten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/zwei-weihnachtspredigten","title":{"rendered":"Zwei Weihnachtspredigten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigt bei der Christmette 2025 von Diakon Kilian Deppisch FSO<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p>vor ungef\u00e4hr drei Stunden hat Papst Franziskus etwas gemacht, das nicht alle P\u00e4pste in ihrem Leben gemacht haben. Er hat in einer feierlichen liturgischen Zeremonie eine bestimmte T\u00fcre ge\u00f6ffnet, die normalerweise 25 Jahre verschlossen ist: die Heilige Pforte. Die Heilige Pforte ist eine von den f\u00fcnf Eingangstoren der vier p\u00e4pstlichen Basiliken. Wenn der Papst die Heilige Pforte in Rom im Petersdom \u00f6ffnet, bedeutet das: ein Heiliges Jahr beginnt. Die Heilige Pforte will in diesem Jahr zeigen, dass nun das Herz Gottes offen steht. Die T\u00fcr des Himmels hat sich weit ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Aber was ist mit den normalerweise 25 Jahren, in denen die Hl. Pforte des Petersdoms zugemauert ist? Sind dann in diesen Jahren die Pforten des Himmels auch verschlossen?<\/p>\n<p>Die 25 Jahre zeigen, dass der Himmel f\u00fcr uns lange verschlossen war. 25 Jahre dauert klassischer Weise eine Generation. Jede Generation erlebt in diesen 25 Jahren also das, wovon die Bibel am Anfang spricht: wegen der S\u00fcnde wurde der Mensch aus dem Paradies geworfen. Nachdem Adam und Eva nicht auf Gott geh\u00f6rt haben, verlie\u00dfen sie diesen Garten Eden. Die T\u00fcr des Paradieses war also verschlossen, weil die Menschen gesagt haben: Ich kann mir selbst mein eigenes Paradies machen. Ich kann auch ohne Gott gl\u00fccklich werden. Und wie hat Gott reagiert? Sein Herz hat darunter gelitten, dass der Mensch ihn verlassen hat. Denn er hat praktisch gesagt: Mein Herz schl\u00e4gt sehns\u00fcchtig f\u00fcr dich, denn ich lieb\u2019 dich inniglich!<\/p>\n<p>Das ganze Alte Testament erz\u00e4hlt, wie Gott versucht hat, den Menschen einzuladen ins Paradies zu Ihm zur\u00fcck zu kommen: er hat in Noah die ganze Sch\u00f6pfung vor dem Verfall und dem B\u00f6sen gerettet; er hat sich dem Abraham, den Vater der V\u00f6lker, gezeigt und mitgeteilt und durch ihn allen Menschen; durch Mose hat er gesagt: ich will, dass ihr frei seid! Ich will nicht, dass ihr von etwas B\u00f6sem beherrscht und versklavt werdet. Und \u00fcber Jahrhunderte hat er immer wieder Propheten geschickt, die den Menschen die Botschaft Gottes brachten: \u201eIch liebe dich mehr, als der beste Vater, die beste Mutter auf Erden dich lieben kann. Ich lasse dich nicht allein. Komm zu mir zur\u00fcck. Mein Herz schl\u00e4gt sehns\u00fcchtig f\u00fcr dich, denn ich lieb\u2019 dich inniglich!<\/p>\n<p>Gott wollte also zeigen, dass er jeden einzelnen liebt, dass er wirklich liebt &#8211; dass er uns noch viel mehr liebt, als wir Menschen lieben. Denn unsere menschliche Liebe ist oft schwach. Sie ist manchmal so wie bei einem Jungen, der seiner angebeteten Freundin auf WhatsApp schrieb: Schatz, ich liebe dich so sehr. Ich w\u00fcrde f\u00fcr dich auf den Mount Everest steigen. Ich liebe dich so sehr. Ich w\u00fcrde f\u00fcr dich einmal um die ganze Welt reisen. Ich liebe dich so sehr. Ich w\u00fcrde f\u00fcr dich einmal durch den Ozean schwimmen.\u00a0Ich kann es kaum erwarten, dich wieder zusehen.\u00a0PS: am Sonntag komm ich dich besuchen \u2013 wenn es nicht regnet.<\/p>\n<p>Jetzt an Weihnachten feiern wir, dass es Gott nicht gereicht hat, zu uns zu sprechen durch Noah, Abraham, Mose und die vielen Propheten. Er hat gesagt: \u201eJetzt will ich selber zum Menschen kommen. Ich will ihm meine Liebe beweisen. Ich liebe dich so sehr, dass ich es sozusagen nicht mehr aushalte im Himmel nur noch zuzuschauen und vom Himmel aus mit dir zu sprechen. Jetzt komme ich selbst, lebe mit dir und spreche mit dir. Denn mein Herz schl\u00e4gt sehns\u00fcchtig f\u00fcr dich, denn ich lieb\u2019 dich inniglich!<\/p>\n<p>Ziemlich genau 700 Jahr davor hat der Prophet Jesaja die Geburt Jesu vorausgesagt, u.a. so wie wir es in der ersten Lesung geh\u00f6rt haben. Und er sagte auch, warum es Gott auf die Erde getrieben hat: \u201eDer Eifer des Herrn [\u2026] wird das vollbringen\u201c. Gottes leidenschaftliche Sehnsucht nach dem Menschen treibt ihn auf die Erde. Gott kann es nicht mehr ansehen, dass der Menschen vergeblich versucht, sich selbst zu erl\u00f6sen, d.h. sich selbst gl\u00fccklich zu machen. Mit Weihnachten hat Gott uns gezeigt und gesagt: \u201eIch habe ein Herz \u2013 so wie du. Ein Herz, das liebt. Ich habe ein Herz, das verletzt wurde, weil meine Liebe nicht beantwortet wurde. Ich wurde alleine gelassen.\u201c Und so kam es wirklich: in seiner angsterf\u00fcllten Stunde wurde Jesus im Garten Getsemani von allen alleine gelassen. Doch deswegen hat er sich nicht zur\u00fcckgezogen, sondern er liebt weiter, weil wir ihm nicht egal sind. Er will lieber leiden, als dass wir seine Liebe nicht sp\u00fcren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch ist das nicht alles jetzt Vergangenheit? Wenn Jesus nicht mehr auf der Erde lebt, wo ist er wenn ich ihn brauche?<\/p>\n<p>Ein Arzt sagte einmal bei einem Spaziergang zu seinem Kind: Hoi, luag a mol, do isch a Kircha, do wohnt Jesus. Da antwortete das Kind: Aber Papa. Du hasch ma do gseid, Jesus wohnt im Himml. Wieso seischt du iatz er wohnt in da Kircha. Nachdem der Arzt selbst \u00fcberlegen musste, sagte pl\u00f6tzlich sein Kind: ah, iatz woas I\u2019s. Im Himml isch sine Wohnung, in der Kircha isch sine Ordination.<\/p>\n<p>Eines der letzten Worte Jesu ist: \u201eIch bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt\u201c (Mt 28,20).<\/p>\n<p>Und damit er das kann, hat er eine Form gew\u00e4hlt, die noch dem\u00fctiger ist als ein Kind in der Krippe. Er ist f\u00fcr uns eine Nahrung geworden wie Brot, damit er wirklich &#8230; in uns kommen kann. Von dieser Speise, diesem Mahl, das der Hl. Messe gegenw\u00e4rtig wird, sagte er: Mit gro\u00dfer Sehnsucht habe ich danach verlangt [\u2026] dieses [\u2026] Mahl mit euch zu essen. Mit gro\u00dfer Sehnsucht habe ich danach verlangt [\u2026] dieses [\u2026] Mahl mit euch zu essen (Lk 2,15).<\/p>\n<p>Hier in Gisingen k\u00f6nnen wir durch den Glockenklang etwas von der Sehnsucht Gottes wahrnehmen. Denn jeden Sonntag, wenn Jesus in der Hl. Messe bei der Wandlung in die Hostie herabsteigt, h\u00f6rt es sich an, als ob wir seinen Herzschlag wahrnehmen. Wenn die Glocke anf\u00e4ngt im Holzgeb\u00e4lk des Turmes zu schwingen und zu schlagen, ist es als ob wir erleben k\u00f6nnen, wie Gottes Herz schl\u00e4gt, wie sein Eifer neu auflebt. Dann ist es, wie wenn seine Leidenschaft ausbricht und er durch die Glocke zu allen ruft: Mein Herz schl\u00e4gt sehns\u00fcchtig f\u00fcr dich, mein Herz schl\u00e4gt sehns\u00fcchtig f\u00fcr dich, denn ich lieb\u2019 dich inniglich! Komm zu mir, nach dir habe ich Verlangen! Ich w\u00fcnsche mir nichts mehr als dich. Was k\u00f6nnte ich noch f\u00fcr dich tun? Ich bin f\u00fcr dich ein Mensch geworden. Ich bin geworden wie du, damit du wirst wie ich! Ewig und vollkommen gl\u00fccklich. Ich habe mit dir und f\u00fcr dich gelitten, damit du siehst, wie sehr ich dich liebe. Ich bin f\u00fcr dich am Kreuz gestorben. Ich bin f\u00fcr dich von den Toten auferstanden, damit du Hoffnung hast. Ich habe keine gr\u00f6\u00dfere Leidenschaft als dich. Ich bin bei dir.<\/p>\n<p>Immer wenn man die Glocke h\u00f6rt, ist ein Moment, in dem Gottes Herz quasi h\u00f6her schl\u00e4gt: wenn jemand gestorben ist und zu ihm kommt oder wenn er seine Gnade schenkt wie bei der Hl. Messe, wenn er sagt: Jetzt komme ich f\u00fcr dich vom Himmel hinunter, um bei dir zu sein.<\/p>\n<p>Das feiern wir an Weihnachten: Wir m\u00fcssen nicht mehr versuchen, was nicht funktioniert hat: Uns selbst zu erl\u00f6sen! Mit dem Kommen Jesu ist es vorbei mit dieser hoffnungslosen Suche nach Frieden und Erl\u00f6sung. Endlich ist einer gekommen, der uns wirklich geben kann, was wir zutiefst suchen: Frieden, Erl\u00f6sung und Erf\u00fcllung die bleibt. Deswegen sagt der Engel, was durch 2000 Jahre weitergegeben wurde: \u201eIch verk\u00fcnde euch eine gro\u00dfe Freude, die dem ganzen Volk zu Teil werden soll. Heute ist euch [&#8230;] der Retter geboren, er ist der Christus, der Herr\u201c (Lk 2,10). Alle sollen es wissen!<\/p>\n<p>Deswegen schenkt der Glaube uns Hoffnung \u2013 eine Hoffnung zum weiter schenken. Und das Heilige Jahr hat genau dieses Thema: \u201ePilger der Hoffnung\u201c. Es geht darum, wieder neu diese Hoffnung zu entdecken, die der menschgewordene Gott ist: Jesus Christus. Wenn wir \u2013 z.B. durch eine der heiligen Pforten im L\u00e4ndle gehen \u2013 im Kloster St. Peter in Bludenz oder in den Basiliken in Rankweil und Bildstein, dann ist es, als ob wir zu Gott gehen, in sein Haus \u2013 in sein Herz. Denn die T\u00fcr seines Herzens, die T\u00fcr des Paradieses, ist durch Jesus wieder offen f\u00fcr alle Generationen. Alle Generationen k\u00f6nnen erleben, dass Gott sein Herz weit aufgerissen hat f\u00fcr uns. Daran erinnern uns die Glocken (2x). Denn es ist, als ob Gott jeden einl\u00e4dt, der die Glocken h\u00f6rt: Komm! Mein Herz schl\u00e4gt sehns\u00fcchtig f\u00fcr dich, denn ich lieb\u2019 dich inniglich!<\/p>\n<p><strong>Predigt von P. Peter Willi am 25. Dezember 2024<\/strong><\/p>\n<p>Der ber\u00fchmte russische Schriftsteller Leo Tolstoi schrieb folgende Erz\u00e4hlung: \u201eEs war einmal ein Herrscher, der viel erlebt hatte. Nun wollte er unbedingt Gott sehen. Und weil er ein strenger Herrscher war, befahl er seinen Priestern und Weisen, ihm innerhalb einer festgelegten Frist diesen Wunsch zu erf\u00fcllen. Doch selbst der Weiseste unter ihnen vermochte dies nicht. Und so erwartete man voll Bangen die Strafe, die der K\u00f6nig aussprechen w\u00fcrde. Da kam ein Hirte vom Feld, der von des K\u00f6nigs Befehl geh\u00f6rt hatte, und sagte: \u201eErlaube mir, K\u00f6nig, deinen Wunsch zu erf\u00fcllen\u201c. \u201eGut\u201c; entgegnete der K\u00f6nig, \u201eaber bedenke, es geht um deinen Kopf.\u201c<\/p>\n<p>Der Hirte f\u00fchrte den K\u00f6nig auf einen freien Platz und zeigte ihm die Sonne. \u201eSieh hin\u201c, sagte er. Der K\u00f6nig hob seine Augen und wollte in die Sonne schauen. Aber der Glanz blendete ihn, und er musste den Kopf senken und die Augen schlie\u00dfen. \u201eWillst du, dass ich erblinde?\u201c, fragte er ver\u00e4rgert den Hirten. \u201eAber K\u00f6nig, das ist doch nur ein kleiner Teil der Sch\u00f6pfung, ein schwacher Abglanz der Gr\u00f6\u00dfe Gottes, ein kleines F\u00fcnkchen eines flammenden Feuers. Wie willst du mit deinen schwachen, tr\u00e4nenden Augen Gott sehen? Such ihn mit anderen Augen.\u201c<\/p>\n<p>Der Einfall gefiel dem K\u00f6nig. Er sagte zum Hirten: \u201eIch erkenne deinen Geist und sehe die Gr\u00f6\u00dfe deiner Seele. Antworte nun: \u201eWas war vor Gott?\u201c Nach einigem Nachdenken meinte der Hirte: \u201eBitte, mein K\u00f6nig, werde nicht zornig, aber beginne zu z\u00e4hlen!\u201c Entschlossen sprach der K\u00f6nig: \u201eEins, zwei\u2026\u201c \u201eNein\u201c, unterbrach ihn der Hirte, \u201enicht so, fang mit dem an, was vor eins kommt!\u201c \u201eWie kann ich denn? Vor eins gibt es doch nichts.\u201c \u201eSehr weise gesprochen, mein Herr! Auch vor Gott existiert nichts.\u201c<\/p>\n<p>Diese Antwort gefiel dem K\u00f6nig noch besser als die erste. \u201eIch werde dich reich beschenken, zuvor aber beantworte mir noch eine dritte Frage: \u201eWas macht Gott?\u201c Der Hirte sah, dass sich des K\u00f6nigs Herz ge\u00f6ffnet hatte, und sagte: \u201eGut, auch darauf will ich dir antworten. Nur um eines bitte ich dich: Lass uns f\u00fcr kurze Zeit die Kleider tauschen.\u201c Der K\u00f6nig willigte erstaunt ein, und sie wechselten die Kleider. Da sprach der Hirt schlicht und feierlich: \u201eDas macht Gott! Er stieg vom Thron seiner Erhabenheit und wurde einer von uns. Er gibt uns, was Er hat, und nimmt das an, was wir haben und sind.\u201c<\/p>\n<p>Gott stieg vom Thron seiner Erhabenheit und wurde einer von uns. Das ist die Botschaft von Weihnachten. Der unsichtbare Gott hat sich sichtbar gemacht, der unsterbliche Gott wurde ein sterblicher Mensch; der allm\u00e4chtige Gott, der alles erschaffen hat, wurde hilflos und ganz angewiesen auf die Hilfe von Maria und Josef; der ewige Gott kam in unsere Zeit und lebte unter uns 33 Jahre lang und starb so jung; der gro\u00dfe Gott wurde ganz klein. Gro\u00dfer Gott, wir loben dich, kleiner Gott, wir lieben dich. Wenn wir uns davon ber\u00fchren lassen, dann werden wir das tun, was die Hirten und die Weisen tun: Wir werden vor dem Sohne Gottes, der als Kind in der Krippe liegt, niederfallen und anbeten. Die gro\u00dfe Botschaft von Weihnachten f\u00fcr alle Menschen lautet. Du bist von Gott geliebt. Von Ewigkeit her bist du von Gott geliebt. Gott liebt auch die b\u00f6sesten Menschen, er liebt die M\u00f6rder, die geldgierigsten Menschen, die Ausbeuter. Er liebt nicht ihre b\u00f6sen Taten, aber ihre unsterbliche Seele. Die b\u00f6sesten Menschen werden sich \u00e4ndern, wenn sie sich der Liebe Gottes \u00f6ffnen und sich von der Liebe Gottes ber\u00fchren lassen w\u00fcrden. Die Liebe Gottes hat die Kraft, alle Menschen gut zu machen, alle Menschen zu heilen, alle Menschen vollkommen zu machen. Der heilige Paulus hat es uns in der Lesung gesagt: Durch seine Gnade werden wir gerecht (vgl. Tit 3,7), d.h. durch sein Erbarmen, nicht durch unsere Leistungen kann jeder Mensch schuldlos und heilig vor Gott stehen, wenn er die Liebe Gottes und sein Erbarmen annimmt.<\/p>\n<p>Aber wie geht das: Sich von Gott lieben zu lassen? Ich gebe zwei Antworten: Die erste Antwort: Sich von Gott lieben lassen hei\u00dft sich Gott \u00f6ffnen. Das ist m\u00f6glich, das ist jedem Menschen m\u00f6glich. Das Problem aller \u00dcbel in der Welt ist das f\u00fcr die Liebe Gottes verschlossene menschliche Herz. Gott klopft an das Herz von jedem. Er h\u00f6rt nicht auf, an dieses Herz zu klopfen. Es gibt wunderbare Geschichten von Menschen, die die T\u00fcren ihres Herzens f\u00fcr Gott ge\u00f6ffnet haben, auf vielen Wegen und auf verschiedene Weisen. Gestern Abend, an der Schwelle der Heiligen Nacht, hat der Papst die Heilige Pforte von St. Peter in Rom ge\u00f6ffnet. Das Heilige Jahr hat begonnen. Der Ruf dieses Jahres lautet: Tu auf die T\u00fcren deines Herzens, immer mehr, immer weiter. Tu auf die T\u00fcren deines Denkens f\u00fcr Gott, immer mehr, immer weiter. Tu auf die T\u00fcren deines Lebens, immer mehr, immer weiter. Gott will heilen und gut machen. Er klopft an deine T\u00fcren: \u00d6ffne sie mit deinem freien Willen.<\/p>\n<p>Das \u00d6ffnen der T\u00fcren des Herzens\u00a0 kann so unglaublich schwer sein und es ist doch so einfach. Der K\u00f6nig in der Geschichte von Leo Tolstoi hat es geschafft, weil er zur Demut bereit war. Und so konnte er Gott schauen. In seinem Leben als K\u00f6nig konnte er sich alles leisten. Aber eines hat ihm noch gefehlt: Das Schauen Gottes. Alles hat er gehabt, nur Gott nicht. Alle Dinge dieser Welt konnten seine Sehnsucht nicht stillen. Wer Gottes Liebe nicht kennt, ist arm. Das sp\u00fcrte der K\u00f6nig. Deshalb wollte er unbedingt Gott sehen. Weil er dem\u00fctig geworden war, konnte er Gott sehen. Wer aufh\u00f6rt, alles von oben herunter, vom Sockel seines Hochmutes, zu beurteilen, alles besser zu wissen, alles zu hinterfragen, wer damit aufh\u00f6rt, der darf Gott sehen, Gott erkennen, Gott lieben. Demut geh\u00f6rt zum Kern des Christentums.<\/p>\n<p>Und so m\u00f6chte ich vor der Krippe hinknien und beten: Gro\u00dfer Gott, wir loben dich, kleiner Gott wir lieben dich. Du bist ein Kind geworden, um es uns leicht zu machen, uns von deiner zarten und wunderbaren Liebe ber\u00fchren zu lassen und unsere Herzen f\u00fcr dich zu \u00f6ffnen. Wir brauchen keine Angst vor dir zu haben. Wir d\u00fcrfen dir ganz vertrauen. In diesem Heiligen Jahr, in diesem besonderen Jahr der Heilung und Heiligung, wollen wir uns dem\u00fctig ganz f\u00fcr dich \u00f6ffnen. Lass uns Freude und Erf\u00fcllung finden in der Liebe deines Herzens. Wenn wir dich gefunden haben, haben wir alles gefunden. Wenn wir dich gefunden haben, werden wir einst in den Himmel einziehen. Amen.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt bei der Christmette 2025 von Diakon Kilian Deppisch FSO Liebe Br\u00fcder und Schwestern, vor ungef\u00e4hr drei Stunden hat Papst Franziskus etwas gemacht, das nicht <span class=\"readmore\"><a href=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/zwei-weihnachtspredigten\">Weiter lesen &#8230;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18778,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,22],"tags":[],"class_list":["post-22527","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-glaube-und-leben","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22527"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22550,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22527\/revisions\/22550"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18778"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}