{"id":2583,"date":"2018-06-01T12:16:00","date_gmt":"2018-06-01T10:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=2583"},"modified":"2018-06-12T08:07:28","modified_gmt":"2018-06-12T06:07:28","slug":"glaube-und-gefuehl-predigt-am-1-juni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/glaube-und-gefuehl-predigt-am-1-juni","title":{"rendered":"Glaube und Gef\u00fchl. Predigt am 1. Juni"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01146-Glaube-und-Gef\u00fchl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2584 alignleft\" src=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01146-Glaube-und-Gef\u00fchl-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Predigt am Herz Jesu Freitag, 1. Juni 2018<\/p>\n<p>P. Peter Willi<\/p>\n<p>Man h\u00f6rt immer wieder, dass wir in einer Erlebnis- und Spa\u00dfgesellschaft leben. Das Arbeitsleben und das Zusammenleben werden vielfach als langweilig und eint\u00f6nig erfahren und so verlangt man nach stimmungsvollen Erfahrungen und Events. Der Mensch sucht die Ekstase, die kleinere oder gr\u00f6\u00dfere Ekstase, d.h. das starke Erlebnis, das einen Genuss bietet f\u00fcr die Augen, f\u00fcr die Ohren, f\u00fcr die Nase, f\u00fcr den Geist, f\u00fcr die Gef\u00fchle. Wer mit der Erwartung an die Messe und die Liturgie der katholischen Kirche herangeht, dass ihm da ein tolles Erlebnis geboten wird, der wird oft entt\u00e4uscht. Die Gottesdienste der evangelikalen Freikirchen bieten diesbez\u00fcglich im allgemeinen wesentlich mehr. Viele Menschen sagen auch: Die Messe ist langweilig. Wenn die Kirche den Jugendlichen nicht Besseres bieten kann, darf sie sich nicht wundern, dass sie nicht mehr kommen. Solche Argumentation ist zu kurz gegriffen.<\/p>\n<p>Wer zum Eigentlichen der Messe vordringen will, muss eine l\u00e4ngere Zeit durchhalten. Er muss durchhalten wie jemand, der eine Sprache oder ein Musikinstrument lernen will. Das Gro\u00dfe, das bei der Messe geschieht, vollzieht sich in aller Stille, selbst in einem Gottesdienst, wo 5000 Jugendliche beisammen sind und ihr begeisterter Gesang das Gem\u00fct stark erfasst. Solche Gottesdienste sind gut, aber nicht der Normalfall. Bei der Messe erneuert sich auf unblutige Weise die Hingabe Jesu Christi am Kreuz als ein Werk vollkommenster, reinster und h\u00f6chster Liebe. Diese Lebenshingabe Jesu bei der Messe vollzieht sich in keinem noch so bewegenden evangelikalen Gottesdienst. In der Messe empfangen wir den Leib Christi, den die Gl\u00e4ubigen in keinem evangelischen Gottesdienst empfangen, wo sie tats\u00e4chlich nur ein St\u00fcck Brot empfangen. Die Wesensverwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Brot Christi vollzieht sich im evangelischen Abendmahl nicht. Und im Sakrament des Altares bleibt diese Liebe des Herzens Jesu auf intensivste Weise unter uns gegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Der Zugang zum Tiefsten der Messe ist dem Menschen m\u00f6glich, der glaubt. Und der Glaube ist in sich nicht Sache des Gef\u00fchls und des Erlebnisses, sondern des Willens und des dem\u00fctigen Geistes. Mutter Julia Verhaeghe sagte einmal: \u201eDie Eucharistie ist ein sichtbares Zeichen der Liebe Jesu und darum mit unseren Sinnen f\u00fchlbar und tastbar. Die eigentliche Liebesfrucht dieses Sakramentes wird mit dem Willen empfangen. Da der Wille ein h\u00f6heres Verm\u00f6gen ist, kann die Kommunion ohne Gef\u00fchle und doch in vollkommener Liebe empfangen werden.\u201c<\/p>\n<p>Die Liebe Jesu Christi am Kreuz ist in der Eucharistie und bei der eucharistischen Anbetung wahrhaft unter uns gegenw\u00e4rtig. Auf der einen Seite k\u00f6nnen wir sie nicht sehen, &#8211; Liebe kann man nicht \u201esehen\u201c &#8211; auf der anderen Seite ist sie \u201esichtbar und ber\u00fchrbar\u201c, weil sie in der Gestalt des Brotes wirklich da ist. Diese Liebe Jesu ber\u00fchrt manchmal die Welt unserer Gef\u00fchle und Stimmungen, sehr oft aber nicht. Auch dann, wenn wir nichts f\u00fchlen, wenn wir vielleicht m\u00fcde, zerstreut, zerfahren, mit Sorgen erf\u00fcllt oder von einem Leid bedr\u00fcckt sind, empfangen wir die gro\u00dfe Liebe Jesu Christi, die menschlich und g\u00f6ttlich ist, und die wir an jedem Herz Jesu Freitag in besonderer Weise anbeten und ehren.<\/p>\n<p>Wer bereit ist, seinen Glauben zu leben, ohne dies von guten Stimmungen und Gef\u00fchlen abh\u00e4ngig zu machen, der macht Fortschritte im Glauben und in der Gottesliebe. Wer die Frage \u201eWas bringt mir das alles?\u201c, nicht stellt, und Gott die Ehre gibt und ihm die Liebe schenkt in der Bereitschaft \u201e<em>Jesus, jetzt bin ich f\u00fcr dich da\u201c<\/em>, der dringt ein in die eigentliche Welt Gottes, in die Welt des Glaubens und der Liebe. Wer mit Glauben und regelm\u00e4\u00dfig den Gottesdienst mitfeiert, in einem solchen Menschen w\u00e4chst eine Anziehungskraft zur Eucharistie, die ihn nicht mehr losl\u00e4sst.<\/p>\n<p>In diesem treuen Durchhalten k\u00f6nnen wir von Jesus selbst sehr viel lernen. Die gr\u00f6\u00dfte Tat seines Lebens, die Erl\u00f6sung der Menschen, geschah nicht durch ein tolles Erlebnis, sondern im Zeichen von unfassbar gro\u00dfem Schmerz und \u00e4u\u00dferster Ohnmacht. Wenn Jesus Christus, der Sohn Gottes, bereit war, um unserer Erl\u00f6sung willen durch ein Meer von Leiden zu gehen, sollten dann nicht auch wir bereit sein, die Liebe Jesu zu beantworten, auch wenn wir sie oft gar nicht sp\u00fcren. Wenn der Herr unser Herz ber\u00fchrt in der Weise, sodass wir seine Liebe f\u00fchlen, dann werden wir daf\u00fcr dankbar sein.<\/p>\n<p>Treue ist Liebe, die nicht gute Gef\u00fchle und Stimmungen fordert. Weder die N\u00e4chstenliebe noch die Gottesliebe will \u201egenie\u00dfen\u201c, aber sowohl die N\u00e4chstenliebe als auch die Gottesliebe werden reichlich belohnt. Amen.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt am Herz Jesu Freitag, 1. Juni 2018 P. Peter Willi Man h\u00f6rt immer wieder, dass wir in einer Erlebnis- und Spa\u00dfgesellschaft leben. Das Arbeitsleben <span class=\"readmore\"><a href=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/glaube-und-gefuehl-predigt-am-1-juni\">Weiter lesen &#8230;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":2600,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-2583","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2583"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2583\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2600"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}