{"id":2668,"date":"2018-06-20T12:35:03","date_gmt":"2018-06-20T10:35:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=2668"},"modified":"2018-06-20T21:04:55","modified_gmt":"2018-06-20T19:04:55","slug":"liebe-predigt-vom-17-juni-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/liebe-predigt-vom-17-juni-2018","title":{"rendered":"Liebe &#8211; Predigt vom 17. Juni 2018"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus!<\/p>\n<p>Predigt von P. Johann Fenninger FSO am Sonntag, 17. Juni 2018<\/p>\n<p>Der liebe Gott hat es so gef\u00fcgt, dass ich in den vergangenen Wochen und Monaten besonders viele seelsorgliche Gespr\u00e4che f\u00fchren durfte. Ich bin dabei mit viel Leid konfrontiert worden: Schwierigkeiten in der Partnerschaft, Probleme mit den Kindern, schwere Krankheiten, Menschen, die einem das eigenen Leben einfach nur schwer machen. Nat\u00fcrlich ist es in all diesen Situationen wichtig, alles nur M\u00f6gliche zu tun, um eine Verbesserung herbeizuf\u00fchren. Als Seelsorger habe ich als erstes die Aufgabe, mich f\u00fcr solch eine Verbesserung einzusetzen. Aber -das wisst ihr besser als ich- es wird immer etwas \u00fcbrig bleiben; etwas, das wir einfach nicht \u00e4ndern k\u00f6nnen; etwas, das schwer bleiben wird. Genau an diesem Punkt tun wir gut daran, die Worte des hl. Paulus, die wir gerade aus seinem zweiten Brief an die Korinther geh\u00f6rt haben, tief in uns eindringen zu lassen: \u201eWir sind immer zuversichtlich\u201c \u2013 \u201ewir sind immer zuversichtlich\u201c. Warum k\u00f6nnen wir Christen denn in jeder Situation so zuversichtlich sein? Warum brauchen wir nie zu verzweifeln? Ich k\u00f6nnte jetzt mit Gott antworten: Wir k\u00f6nnen immer zuversichtlich sein, weil Gott immer bei uns ist, weil er uns immer helfen wird. Mir ist jedoch klar, dass solch eine Antwort viele von euch nicht zufriedenstellen wird. Sie klingt wie eine billige L\u00f6sung; sie ist viel zu abstrakt; so mancher wird in seinem Herzen sogar zweifeln, ob das auch wirklich stimmt, dass Gott mir immer hilft. Ich antworte also nicht mit Gott. Nein, ich antworte mit der Liebe! Derselbe Paulus, der gesagt hat: wir sind immer zuversichtlich, hat im Hohenlied der Liebe auch gesagt: \u201eDie Liebe ertr\u00e4gt alles, glaubt alles, hofft alles\u201c -und jetzt kommt\u2019s- \u201esie h\u00e4lt allem stand.\u201c \u201eDie Liebe h\u00e4lt allem stand\u201c. Ich habe es schon mehrmals hautnah miterlebt, dass allein dieses Wort \u201edie Liebe h\u00e4lt allem stand\u201c jemanden, der gerade am Zerbrechen war, die n\u00f6tige Kraft zum Durchhalten und Weitermachen geschenkt hat. Es ist die Liebe, die uns auch noch in der gr\u00f6\u00dften Dunkelheit Licht sehen l\u00e4sst und den l\u00e4ngeren Atem verleiht.<br \/>\nAber stimmt das wirklich? Und wenn ja, woher kommt das? Nun, was macht die Liebe aus? Die Liebe macht es aus, dass sie zun\u00e4chst einmal nicht auf sich selbst, sondern auf den anderen ausgerichtet ist; die Liebe h\u00e4lt den Blick zun\u00e4chst einmal fern von sich selbst und richtet diesen auf den anderen. Uns mit diesem anderen meine ich jetzt an erster Stelle doch noch Gott. Ja, ich meine jetzt doch wieder Gott; aber ich meine ihn jetzt vor allem unter dem Aspekt, dass er absolut vertrauensw\u00fcrdig ist. Warum ist er das? Weil er sich in Jesus absolut vertrauensw\u00fcrdig erwiesen hat. Sich in schwierigen Situationen total auf jemanden verlassen zu k\u00f6nnen, der absolut vertrauensw\u00fcrdig ist, ist das nicht die gr\u00f6\u00dfte Hilfe, die man sich nur vorstellen kann? Nimmt das nicht alle qu\u00e4lende Hoffnungslosigkeit und l\u00e4hmende Angst auf einmal von mir hinweg?<br \/>\nIch gehe jetzt noch einen Schritt weiter: Es ist dann auch die Liebe, die mich hinter allen noch so gro\u00dfen Problemen einen tieferen Sinn entdecken l\u00e4sst: etwas, das bei allem Negativen rundum positiv sein muss. Wie kann ich so sprechen? Wenn es wahr ist, was wir Sonntag f\u00fcr Sonntag bekennen, dass Gott allm\u00e4chtig ist, dann muss es auch wahr sein, dass Gott mich vor jedem Leid und Kreuz bewahren kann. Und trotzdem tut er es manchmal nicht. Ist Gott dann etwas entglitten? Sicherlich nicht; aber das hei\u00dft doch dann auch, dass Gott bestimmte Kreuze und Leiden bewusst f\u00fcr mich zul\u00e4sst. Aufgepasst! Ich sage nicht, dass Gott bestimmte Kreuze f\u00fcr mich bewusst will, sondern ich sage, dass er bestimmte Kreuze bewusst f\u00fcr mich zul\u00e4sst -das ist ein bemerkenswerter Unterschied! Und er tut dies, weil er mir nur das Gute will. Vielleicht l\u00e4sst er ein bestimmtes Kreuz f\u00fcr mich zu, weil er mich stark machen oder in der Geduld wachsen lassen will. Meistens entdecken wir den tieferen Sinn unserer Kreuze erst Jahre oder gar Jahrzehnte sp\u00e4ter. Manchmal ist der liebe Gott mit einem guten Arzt zu vergleichen, der eine bittere Medizin verschreibt. Gott will damit dem Menschen nicht wehtun, vielmehr will er ihn heilen.<br \/>\nZum Schluss dr\u00e4ngt es mich noch, euch ein Wort des hl. Augustinus mit auf den Weg zu geben; ein sehr gewagtes Wort, welches -wie ich mir bewusst bin- durchaus anf\u00e4llig ist f\u00fcr Missinterpretationen. Aber dieses Wort hat mir in meinem Leben schon so oft weitergeholfen, hat mir schon so oft Fl\u00fcgel verliehen, hat schon so oft einen bestimmten Schwermut in mir mit einmal in eine erstaunliche Leichtigkeit verwandelt. Ich muss dieses Wort unbedingt weitergeben: Augustinus sagt: \u201eLiebe nur, und dann tu, was du willst\u201c \u2013 \u201eLiebe nur, und dann tu was du willst\u201c. Amen.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus! Predigt von P. Johann Fenninger FSO am Sonntag, 17. 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