{"id":2781,"date":"2018-07-22T22:07:20","date_gmt":"2018-07-22T20:07:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=2781"},"modified":"2018-07-22T22:07:20","modified_gmt":"2018-07-22T20:07:20","slug":"mensch-komm-zur-ruhe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/mensch-komm-zur-ruhe","title":{"rendered":"Mensch, komm zur Ruhe"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/gisingen-predigt-07.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-2782\" src=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/gisingen-predigt-07.jpg\" alt=\"\" width=\"185\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/gisingen-predigt-07.jpg 300w, https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/gisingen-predigt-07-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 185px) 100vw, 185px\" \/><\/a><strong>Predigt von P. Peter Willi FSO<\/strong><br \/>\nin der Pfarrkirche Gisingen,<br \/>\nSonntag, 22. Juli 2018<br \/>\nEvangelium: Markus 6, 30-34<\/p>\n<p>Liebe Gl\u00e4ubige!<\/p>\n<p>Wussten Sie, dass Jesus seine J\u00fcnger eingeladen hat, mit ihm Erholungstage zu verbringen? Ja, er tat es und die Apostel hatten es n\u00f6tig. Markus berichtet uns \u2013 wir haben es soeben geh\u00f6rt \u2013 dass so viele Menschen\u00a0 kamen und gingen, dass sie nicht einmal mehr Zeit zum Essen hatten. Heute w\u00fcrden wir sagen: Was f\u00fcr ein Stress! Gehen wir mit dem Wort Stress etwas sparsamer um. Es geh\u00f6rt doch zum Leben, dass man periodisch mehr leisten muss und die Tage dann einfach voll sind. Benennen wir nicht jede Belastung mit dem Wort Stress. F\u00fcr Jesus war es normal, alle Kr\u00e4fte in die Waagschale zu werfen. Aber er wusste auch: Nach anstrengenden Zeiten braucht es Ruhe. Deshalb sagte er zu den Aposteln: \u201eKommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus\u201c (Mk 6, 31). Jesus wollte, dass seine geliebten Freunde in der Stille zur Ruhe kommen sollen.<\/p>\n<p>Wir alle sollten den Wert der Stille entdecken lernen. Warum? Ich nenne vier Gr\u00fcnde.<\/p>\n<p>Stille hilft, um innerlich ruhig zu werden.<\/p>\n<p>Wir leben in einer Welt der Reiz\u00fcberflutung, der zahllosen Worte und Bilder, mit denen wir durch B\u00fccher, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, Internet, Handy und Filme beliefert werden. Der kluge Mensch setzt sich da Grenzen und sagt: Jetzt genug. Ich muss mich selber sch\u00fctzen. Kluge Eltern helfen ihren Kindern, beim Gebrauch von Handys, Internet usw. Grenzen zu setzen. Dasselbe gilt f\u00fcr die Arbeit. Arbeiten ist gut, aber wir d\u00fcrfen keine Workoholiker werden, die berauscht sind von der Arbeit. Es braucht die Stille, um innerlich ruhig zu werden.<\/p>\n<p>Stille hilft, um das Leben zu verarbeiten<\/p>\n<p>Wie viele Erfahrungen bringt das Leben. Sie m\u00fcssen verarbeitet werden. Die Ruhe und die Stille helfen uns dazu. Wenn das nicht geschieht, sind wir burn-out gef\u00e4hrdet, d.h. sind wir gef\u00e4hrdet, ausgebrannt und ausgelaugt zu werden. Das \u00dcberma\u00df raubt uns die innere Mitte.<\/p>\n<p>Im Evangelium dieses Tages werden wir noch auf eine andere Weise verwiesen, wie wir Erlebtes oder Erlittenes verarbeiten k\u00f6nnen: durch das Gespr\u00e4ch. Jesus hat sich Zeit genommen, den Aposteln zuzuh\u00f6ren (vgl. Mk, 6,30). Sie konnten ihm alles erz\u00e4hlen, was sie erlebt hatten. Das war damals wichtig, das ist heute wichtig. Kinder brauchen Eltern, die ihnen zuh\u00f6ren. Erwachsene Menschen brauchen einen Ehepartner oder einen oder mehrere Personen des Vertrauens, die zuh\u00f6ren. Sich aussprechen k\u00f6nnen bei jemandem, der zuh\u00f6rt, Best\u00e4tigung und auch Korrektur, einen Ratschlag oder eine R\u00fcckmeldung gibt, das hat einen wunderbaren Erholungs- und Entlastungseffekt. Nicht wenige Menschen br\u00e4uchten einen zuh\u00f6renden Mitmenschen viel dringender als das reiche Angebot eines Wellness-Hotels.<\/p>\n<p>Stille hilft, um sich selbst begegnen zu k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Lebenskunst besteht darin, \u00fcber sich selbst und \u00fcber das eigene Leben nachzudenken. Manche Menschen tun sich schwer damit und m\u00fcssen dies erst lernen und wieder andere haben Angst davor. Es gibt nicht nur die Fl\u00fcchtlinge, die an einen anderen Ort fliehen m\u00fcssen, es gibt auch die Fl\u00fcchtlinge vor sich selbst, d. h. Menschen, die Angst haben vor einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben in Gegenwart und Vergangenheit. Gegl\u00fccktes Menschsein geht nicht ohne Begegnung mit sich selbst.<\/p>\n<p>Stille hilft, um Gott zu begegnen<\/p>\n<p>Mutter Julia Verhaeghe sagte einmal: \u201eDie Stille ist die Atmosph\u00e4re, in der sich Gott mitteilen kann.\u201c In der Stille verweilen ist nicht in der Einsamkeit verweilen. Wer Gott sucht, findet ihn auf vielf\u00e4ltige Weise. <u>Eine<\/u> Weise ist die Stille. Er begegnet uns in der Stille. An stillen Orten und in stillen Momenten k\u00f6nnen wir ihn h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Stille hilft, um innerlich ruhig zu werden.<br \/>\nStille hilft, um das Leben zu verarbeiten und zu ordnen.<br \/>\nStille hilft, um sich selbst zu begegnen.<br \/>\nStille hilft, um Gott zu begegnen.<\/p>\n<p>Liebe Gl\u00e4ubige, suchen Sie die Stille! Lernen Sie, in der Stille zu verweilen! Suchen Sie die Stille &#8211; zuhause in den eigenen vier W\u00e4nden oder im Garten. Suchen Sie die Stille in Gottes wunderbarer Sch\u00f6pfung: auf einem Berg, an einem Ufer, im Wald. Suchen Sie die Stille in einer unserer vielen sch\u00f6nen Kirchen und Kapellen. Wenn es dort einen Tabernakel gibt, dann erwartet sie dort Jesus Christus, dessen gr\u00f6\u00dfte Freude und Sehnsucht es ist, die Besucher des Gotteshauses mit seiner Kraft zu beschenken. Suchen Sie die Stille nicht nur an Ferientagen, sondern das ganze Jahr hindurch, besonders auch am Sonntag. Ringen Sie um die Stille. Zeit, die wir bewusst in der Stille verbringen, ist keine verlorene Zeit, ganz im Gegenteil: Es ist gewonnene Zeit. Amen.<\/p>\n<p>Der afrikanische Kardinal Robert Sarah schrieb ein gro\u00dfartiges Buch \u00fcber die Stille.<\/p>\n<p>Robert Kardinal Sarah und Nicolas Diat. Kraft der Stille. Gegen eine Diktatur des L\u00e4rms. Mit einem Vorwort von Papst em. Benedikt XVI. fe-Medienverlag 2017.<\/p>\n<p>Vier Zitate daraus:<\/p>\n<blockquote><p>Stille und Friede sind wie zwei Herzen, die im gleichen Takt schlagen (S. 44).<\/p>\n<p>Die sch\u00f6nsten Dinge des Lebens ereignen sich in der Stille (S. 44).<\/p>\n<p>Ohne die Stille verschwindet Gott im L\u00e4rm (S. 105).<\/p>\n<p>Durch die Stille k\u00f6nnen wir das g\u00f6ttliche Feuer in uns am Brennen erhalten (S. 100).<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt von P. Peter Willi FSO in der Pfarrkirche Gisingen, Sonntag, 22. Juli 2018 Evangelium: Markus 6, 30-34 Liebe Gl\u00e4ubige! 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