{"id":2861,"date":"2018-08-20T06:00:15","date_gmt":"2018-08-20T04:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=2861"},"modified":"2018-08-19T15:09:55","modified_gmt":"2018-08-19T13:09:55","slug":"die-heilige-wandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/die-heilige-wandlung","title":{"rendered":"Predigt: Die heilige Wandlung"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder!<\/p>\n<p>Predigt von P. Peter Willi FSO am 19. August 2018<\/p>\n<p>Ein Priester schloss einmal nach der Kommunionausteilung den Tabernakel und gab dem Ministranten den Schl\u00fcssel. In der Sakristei angelangt sagte der Ministrant zum Priester: \u201eDieser Schl\u00fcssel f\u00fchrt zum gr\u00f6\u00dften Geheimnis, das es auf der Welt gibt.\u201c Der Ministrant hat intuitiv erfasst, dass die heilige Eucharistie etwas ganz Gro\u00dfes ist. Bei der heiligen Wandlung in der Messe geschieht ein Wunder, das man Wesensverwandlung nennt. Das Konzil von Trient im 16. Jahrhundert (am 11. Oktober 1551) bezeichnete diese Wesensverwandlung Transsubstantiation und erkl\u00e4rte sie als Dogma, also als eine verbindliche Glaubenswahrheit, die der Katholik glauben muss.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene \u201eVerwandlungen\u201c in der Natur. Wasser beginnt bei 0 Grad zu frieren, es kann verdunsten oder verdampfen. Die Substanz (H2O)bleibt immer dieselbe, aber die Akzidenzien, die Eigenschaften \u00e4ndern sich. Wenn wir Nahrung aufnehmen, &#8222;vergehen&#8220; sowohl die Substanz als auch die Eigenschaften. Brot wird umgesetzt in eine neue Substanz mit neuen Eigenschaften. Eine einzigartige Verwandlung ist jene Verwandlung, die bei der Heiligen Wandlung geschieht: \u00c4u\u00dferlich \u00e4ndert sich nichts. Die kleine wei\u00dfe Hostie \u00e4ndert nicht die Gr\u00f6\u00dfe, die Farbe, das Gewicht oder den Geschmack, d.h. die \u00e4u\u00dfere Gestalt, die Eigenschaften bleiben dieselben, aber die Substanz \u00e4ndert sich: Es ist nicht mehr Brot, sondern der Leib Christ. Ebenso bei der Verwandlung des Weines: Die Eigenschaften von Geschmack, Farbe, Gewicht oder der Zustand des Weines \u00e4ndern sich nicht, aber das Wesen, die Substanz des Weines geht in eine neue Substanz \u00fcber, in die Substanz des Blutes Christi. Dieses Verwandeltwerden, dieses Hin\u00fcbergehen nennt man Trans-Substantiation.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/CIMG2025-e1534600297648.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-2862\" src=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/CIMG2025-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"829\" height=\"622\" \/><\/a>Wer bewirkt dieses Wunder? Dieses Wunder bewirkt Jesus Christus durch den Dienst des Priesters, der die Worte spricht: Das ist mein Leib! Das ist mein Blut! Diese Wandlungsvollmacht hat der Priester bei der Priesterweihe empfangen. Unabh\u00e4ngig von seiner Intelligenz, von seinem Lebensstil oder vom Grad seiner Heiligkeit bewirken die Worte eines Priesters, wenn er sie im Sinn der Kirche spricht, diese unbegreifliche Verwandlung. Als Zeichen, dass da etwas Gro\u00dfes geschehen ist, macht der Priester bei der Wandlung zweimal eine Kniebeuge. Die Kniebeuge ist ein Akt der dem\u00fctigen und liebenden Anbetung des Leibes und Blutes Christi. Von diesem Augenblick an tr\u00e4gt der Priester die Verantwortung, dass Leib und Blut Christi mit gr\u00f6\u00dfter Ehrfurcht behandelt und empfangen wird. Der Ministrant l\u00e4utet mit der Klingel oder eine Glocke im Turm l\u00e4utet ebenfalls, um den Mitfeiernden zu signalisieren: Jetzt ist etwas Wunderbares geschehen.<\/p>\n<p>Die Kirche schreibt zwar nicht vor, dass man bei der Wandlung oder beim Kommunionempfange knien muss, aber viele Gl\u00e4ubige dr\u00e4ngt es innerlich, dies zu tun. Was die Kirche wohl vorschreibt ist, dass die Gl\u00e4ubigen \u201ein tiefer Andacht dieses Sakrament empfangen\u00a0 und es mit h\u00f6chster Anbetung verehren\u201c (CIC, Can 898).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Einer der gr\u00f6\u00dften Theologen der Kirchengeschichte war der heilige Thomas von Aquin. Ausgestattet mit reichen Geistesgaben und mit tiefem Glauben ist er eingedrungen in das Glaubensgeheimnis der Eucharistie.\u00a0 In einem seiner Hymnen betet er:<\/p>\n<p>Gottheit, tief verborgen, betend nah ich dir.<br \/>\nUnter diesen Zeichen [von Brot und Wein] bist du wahrhaft hier.<br \/>\nSieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin,<br \/>\nweil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.<\/p>\n<p>Augen, Mund und H\u00e4nde t\u00e4uschen sich in dir,<br \/>\ndoch des Wortes Botschaft offenbart dich mir.<br \/>\nWas Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an;<br \/>\ner ist selbst die Wahrheit, die nicht tr\u00fcgen kann.<\/p>\n<p>Was Thomas von Aquin hier sagt ist folgendes: Der Mensch mit seinen Sinnen nimmt keine Ver\u00e4nderung bei Brot und Wein wahr, aber er glaubt dem Wort Jesu: \u201eDenn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.\u201c Die wirklich glaubenden Menschen zu allen Zeiten haben gesp\u00fcrt, dass man dieses Sakrament in einem w\u00fcrdigen inneren Zustand empfangen muss. Wenn sich ein ganz besonderer Gast als Besucher zuhause anmeldet, dann dr\u00e4ngt es einen Menschen, der nur ein wenig Sch\u00f6nheitsempfinden besitzt, die Wohnung aufzur\u00e4umen.\u00a0 Dies gilt auch f\u00fcr den Kommunionempfang.<\/p>\n<p>Nicht nur Brot und Wein werden bei der Messe verwandelt. Jesus m\u00f6chte, dass auch wir verwandelt werden. Jeder Christ soll ja ein wenig wie Jesus sein. Wenn glaubende Menschen Sonntag f\u00fcr Sonntag die Messe mitfeiern, wenn sie mitbeten und mitsingen, wenn sie das Wort Gottes h\u00f6ren, wenn sie die hl. Kommunion ehrf\u00fcrchtig empfangen, wenn sie Jesus anbeten und Jesu Beispiel nachahmen, dann werden auch sie verwandelt.\u00a0 Der gelegentliche, oberfl\u00e4chliche Kommunionempfang verwandelt uns nicht. Wenn wir aber Jesus in der Haltung des Glaubens aufnehmen, auf ihn h\u00f6ren und ihn anbeten, dann \u201eerobert\u201c er unser ganzes Leben und formt uns um: Schritt f\u00fcr Schritt. Die heilige Eucharistie ist die Speise f\u00fcr die Seele, sie vereinigt uns mit Jesus in der intensivsten Weise und schenkt uns ewiges Leben.<\/p>\n<p>Liebe Gl\u00e4ubige, wenn es euch immer mehr zur heiligen Messe hinzieht, nicht nur am Sonntag, sondern auch am Werktag, wenn es euch innerlich dr\u00e4ngt, in einer Kirche zu gehen, um da kurz zu Jesus zu gehen, ihm einen Besuch abzustatten, ihn anzubeten und ihm eure Liebe zu bezeugen, dann ist das ein Zeichen, dass der Heilige Geist in euch wirkt. Ich w\u00fcnsche euch allen diese gro\u00dfe Sehnsucht nach der heiligen Eucharistie. Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Denk daran, dass Jesus im Tabernakel eigens f\u00fcr dich da ist.<br \/>\n(Theresia von Lisieux)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Das heilige Messopfer ist das Gr\u00f6\u00dfte,<\/strong><br \/>\n<strong>was es auf Erden gibt.<\/strong><br \/>\n<strong>(Julia Verhaeghe)<\/strong><\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder! Predigt von P. Peter Willi FSO am 19. 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