{"id":2942,"date":"2018-08-26T11:49:59","date_gmt":"2018-08-26T09:49:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=2942"},"modified":"2018-08-26T15:04:48","modified_gmt":"2018-08-26T13:04:48","slug":"ihr-frauen-maenner-ordnet-euch-in-allem-euren-maennern-frauen-unter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/ihr-frauen-maenner-ordnet-euch-in-allem-euren-maennern-frauen-unter","title":{"rendered":"&#8222;Ihr Frauen (M\u00e4nner) ordnet euch in allem euren M\u00e4nnern (Frauen) unter&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Predigt von P. Johann Fenninger am 26. August 2018<\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus!<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte heute in meiner Predigt das Augenmerk auf die zweite Lesung aus dem Epheserbrief legen; denn diese Lesung geh\u00f6rt zu jenen Stellen in der Hl. Schrift, die den Gl\u00e4ubigen am meisten Schwierigkeiten bereiten. Paulus empfiehlt den Ehem\u00e4nnern, ihre Frauen zu lieben. Damit sind alle noch einverstanden; aber im selben Atemzug empfiehlt Paulus den Frauen, sich den M\u00e4nner in allem unterzuordnen; dies scheint in unserer Gesellschaft ganz und gar unannehmbar zu sein; in unserer Gesellschaft, die sich der Gleichwertigkeit der Geschlechter sehr bewusst ist, was nat\u00fcrlich gut ist so.<\/p>\n<p>Sollen wir nun \u2013wie das sicherlich heute wieder in nicht wenigen Gottesdiensten geschehen wird- dieses Wort des Hl. Paulus einfach weglassen? Kann hierin die L\u00f6sung bestehen, dass man Abstriche an das Wort Gottes macht? Ich denke nicht. Die L\u00f6sung scheint mir anderswo zu liegen, und zwar in der Gegenseitigkeit. Was meine ich damit? Die Liebe und ins Besondere die partnerschaftliche Liebe muss immer gegenseitig sein. Und deshalb gilt das, was Paulus vom Mann sagt, gleicherma\u00dfen f\u00fcr die Frau und was er von der Frau sagt genauso f\u00fcr den Mann. Konkret: nicht nur der Ehemann ist verpflichtet seine Frau zu lieben wie seinen eigenen Leib, sondern auch die Ehefrau ist verpflichtet, ihren Mann so zu lieben. Und nicht nur die Gattin muss sich in allem ihrem Gatten unterordnen, sondern auch der Mann seiner Frau. Es geht in der Ehe um die gegenseitige Liebe, die aufs Ganze geht; und das schlie\u00dft in jedem Fall auch die gegenseitige Unterordnung ganz wesentlich mit ein.<\/p>\n<p>Aber was ist mit dem \u201eSich unterordnen\u201c konkret gemeint? Dazu k\u00f6nnte man jetzt sehr vieles sagen; ich will mich auf ein paar wenige Aspekte beschr\u00e4nken. Mit dem \u201eSich Unterordnen\u201c ist z.B. ein bestimmtes R\u00fccksicht-Nehmen auf den Willen des anderen gemeint: Wenn mein Partner einfach so gerne einmal da oder dort hingehen w\u00fcrde, dann muss ich darauf eingehen; oder: auf seine \/ ihre Meinung und auf seine \/ ihre Empfindlichkeiten zu achten: Wenn dem anderen bei meinem rasanten Fahrstil immer schlecht wird, dann muss ich meinen Fahrstil \u00e4ndern, zumindest dann, wenn mein Ehepartner mit mir im Auto f\u00e4hrt; oder, dass man ohne die zumindest vermutete Zustimmung des anderen grunds\u00e4tzlich nichts Wichtiges entscheiden will; oder: die Bed\u00fcrfnissen des anderen wahrzunehmen und diesen zu dienen,\u2026. Kurzum, es geht f\u00fcr die Eheleute darum, sich immer und immer wieder bewusst zu machen, dass sie sich in der Ehe einander ganz zum Geschenk gemacht haben, und zwar mit allem, was sie sind und haben; und das hat nun einmal zur Folge, dass der eigene Individualismus (wohlgemerkt nicht die eigenen Individualit\u00e4t) aufgegeben werden muss. Ich wei\u00df es nicht, aber ich vermute einmal, dass heute nicht wenige Ehen gerade an diesem Punkt scheitern.<\/p>\n<p>Damit die Glut der ehelichen Liebe erhalten bleibt, muss die eheliche Liebe unbedingt gepflegt werden. Das kann z. B. durch materielle oder geistige Geschenke geschehen, die eine bestimmte innere Aufmerksamkeit f\u00fcr den anderen zum Ausdruck bringen. Ich finde es sehr sch\u00f6n, wenn Eheleute auch noch Jahren ihres gemeinsamen Lebens einander mit einem sch\u00f6nen Armband oder sonst etwas, das Freude bereitet, \u00fcberraschen. Und ich m\u00f6chte auch alle Ehepaare dazu ermutigen, immer wieder einfach nur zu zweit etwas Sch\u00f6nes zu unternehmen; die eigene Zeit dem Partner zu schenken, und nur ihm.<\/p>\n<p>Kommen wir zum Schluss: In dem Abschnitt aus dem Epheserbrief, den wir heute geh\u00f6rt haben, stellt der Hl. Paulus den christlichen Eheleuten jenes Liebesverh\u00e4ltnis als Vorbild vor Augen, das zwischen Christus und der Kirche besteht. Und Paulus erkl\u00e4rt selbst, was dieses Liebesverh\u00e4ltnis ausmacht; er sagt: \u201eChristus hat die Kirche geliebt und sich f\u00fcr sie hingegeben\u201c. Wahre eheliche Liebe zeigt sich &#8211; auf einen kurzen Nenner &#8211; gebracht in der Ganzhingabe an den anderen. Amen.<br \/>\nQuelle: Raniero Cantalamessa: Das geteilte Joch der wahren Liebe, Predigt zum 21. So. i. Jahreskr. \u2013 B, (2006)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt von P. Johann Fenninger am 26. 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