{"id":3243,"date":"2018-11-02T10:01:32","date_gmt":"2018-11-02T09:01:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=3243"},"modified":"2018-11-12T22:37:57","modified_gmt":"2018-11-12T21:37:57","slug":"gibt-es-das-fegefeuer-wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/gibt-es-das-fegefeuer-wirklich","title":{"rendered":"Gibt es das Fegefeuer wirklich?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3244 alignleft\" src=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Friedhof-002-400x283.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"283\" \/><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus!<br \/>\nIn der Mitte eines kirchlichen Friedhofes steht normalerweise ein gro\u00dfes Kreuz. Bei uns ist es integriert ins Kriegerdenkmal. Sch\u00fctzend und bergend h\u00e4lt der gekreuzigte Jesus seine Arme \u00fcber alle Gr\u00e4ber auf dem Friedhof und dar\u00fcber hinaus auch \u00fcber die Gr\u00e4ber jener Verstorbenen, die keine geweihte St\u00e4tte f\u00fcr ihren Leib gefunden haben. Jesus hat aus Liebe zu uns am Kreuz alle unsere Schuld wiedergutgemacht; er hat damit die S\u00fcnde in Gnade verwandelt. Diese Gnade wird f\u00fcr unsere Verstorbenen wirksam durch unsere Gebete und durch unser Opfer.<\/p>\n<p>Heute feiern wir das Fest aller Heiligen im Himmel. Die Heiligen waren in ihrem Leben hier auf Erden ganz erf\u00fcllt von Gott, erf\u00fcllt von der Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Jetzt schon und am morgigen Allerseelentag feiern wir das Ged\u00e4chtnis unserer lieben Verstorbenen; wir beten dabei vor allem f\u00fcr jene unter ihnen, die in ihrem Leben noch nicht zur vollkommenen Heiligkeit gelangt sind, sondern mit so machen S\u00fcnden behaftet in die Ewigkeit hin\u00fcbergegangen sind ohne sich jedoch von Gott getrennt zu haben. Der Herr wird ihnen nach einer Zeit der Reinigung, die wir Fegefeuer nennen, die Krone des Ewigen Lebens schenken.<\/p>\n<p>Fegefeuer &#8211; ist der Gedanke an ein Fegefeuer nicht l\u00e4ngst \u00fcberholt? Wozu ist denn das Fegefeuer \u00fcberhaupt n\u00f6tig? Wozu?<br \/>\nWer aus der Dunkelheit in das helle Sonnenlicht ger\u00e4t, dem wird zun\u00e4chst schwarz vor den Augen; dessen Augenlicht muss sich erst langsam an die strahlende Sonne gew\u00f6hnen. Das ist im Ewigen Leben nicht anders: Wer nach seinem Tode aus dieser Welt in das strahlende Licht Gottes kommt aber auch in das Dunkel der S\u00fcnde verstrickt war, dem wird schwarz vor den Augen; der muss sich erst langsam und m\u00fchsam an das \u00fcberw\u00e4ltigende Licht der Liebe Gottes gew\u00f6hnen. Das nennen wir \u201eFegefeuer\u201c.<\/p>\n<p>Und hier k\u00f6nnen wir durch unser Gebet unseren Verstorbenen helfen, dass ihnen die Augen f\u00fcr die Herrlichkeit der Liebe Gottes aufgehen, ohne von ihr geblendet zu werden.<\/p>\n<p>Das Bildwort vom \u201eFegefeuer\u201c kommt vom brennenden Schmerz\u201c der uns zum Beispiel \u00fcberf\u00e4llt, wenn wir uns erinnern, wie wir einmal einen lieben Menschen im Stich gelassen haben. Auch uns k\u00f6nnte es so ergehen in der gro\u00dfen Begegnung mit Christus \u2013 allerdings: \u201ein dem Schmerz dieser Begegnung, in der uns das Unreine und Kranke unseres Daseins offenbar wird, ist Rettung. Sein Blick, die Ber\u00fchrung seines Herzens heilt uns in einer gewiss schmerzlichen Verwandlung, wie durch Feuer hindurch\u201c, sagt Papst Benedikt einmal<\/p>\n<p>Das Fegefeuer ist in diesem Sinn ein \u201eOrt\u201c \u2013eigentlich ist es kein Ort, sondern ein Zustand, aber ich nenne es jetzt einmal \u201eOrt\u201c- das Fegefeuer ist letzten Endes ein Ort der Barmherzigkeit Gottes. Warum? Weil sich im Himmel niemand wohl f\u00fchlen kann, der noch nicht ganz heilig ist. Genauso wie ich mich in einer noblen Gesellschaft nur mit sauberer Kleidung wohl f\u00fchle, so kann ich mich im Himmel auch nur wohl f\u00fchlen, wenn ich von all meiner S\u00fcnde gereinigt bin; dazu dient das Fegefeuer: die Verstorbenen von aller noch vorhandenen Schuld zu reinigen und dadurch bereit zu machen f\u00fcr den Himmel.<\/p>\n<p>In der Kirche war und ist der Glaube an das Fegefeuer immer ganz lebendig. Noch heute lassen nicht wenige Gl\u00e4ubige nach einem Todesfall Hl. Messen f\u00fcr einen Verstorbenen feiern; warum tun wir das? Wir tun es, damit unser lieber Verstorbener durch die Vergegenw\u00e4rtigung des Erl\u00f6sertodes Christi in der Hl. Messe befreit werde von aller noch vorhandener Schuld; damit er sich wohl f\u00fchlen kann, wenn Gott ihn in sein Reich der ewigen Gl\u00fcckseligkeit aufnimmt.<\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus! Wir werden auch heute wieder hier auf den Friedhof die Gr\u00e4ber unserer lieben Verstorbenen segnen. Welcher Sinn steckt dahinter? Wir lassen unsere Gr\u00e4ber segnen, weil sie die sterblichen \u00dcberreste unserer Verstorbenen bergen, die noch zu etwas Gro\u00dfem bestimmt sind. Auch die Leiber der Verstorbenen sind f\u00fcr das Heil bei Gott im Himmel bestimmt; ja, am j\u00fcngsten Tag wird unser je eigener Leib, der Leib von uns allen, auferstehen und wieder vereint werden mit unserer Seele.<\/p>\n<p>Der heutige Tag l\u00e4dt uns schlie\u00dflich ein, uns unserer eigenen Sterblichkeit neu bewusst zu werden. Auch wenn uns dieser Gedanke spontan bedr\u00fcckt so erf\u00fcllt uns dennoch eine noch gr\u00f6\u00dfere Zuversicht angesichts der frohen Botschaft, die Christus uns geschenkt hat: \u201eIch bin die Auferstehung und das Leben: wer an mich glaubt, wird leben, auch wen er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben\u201c. Amen.<\/p>\n<p>P. Johann Fenninger FSO<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: Joachim Kardinal Meisner; Papst Benedikt XVI.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus! In der Mitte eines kirchlichen Friedhofes steht normalerweise ein gro\u00dfes Kreuz. 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