{"id":3380,"date":"2018-11-30T17:57:54","date_gmt":"2018-11-30T16:57:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=3380"},"modified":"2018-11-30T17:57:54","modified_gmt":"2018-11-30T16:57:54","slug":"adventszeit-wartezeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/adventszeit-wartezeit","title":{"rendered":"Adventszeit \u2013 Wartezeit"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Pfarrgemeinde,<\/p>\n<p>das lateinische Wort \u201eAdvent\u201c bedeutet \u00fcbersetzt Ankunft. In den Tagen der Adventszeit gehen die Gl\u00e4ubigen betend und wartend dem Weihnachtsfest, der Geburt Jesu Christi, entgegen. Eine Haltung, die uns die Adventszeit lehrt, ist die Haltung des Wartens. Dazu eine Geschichte:<\/p>\n<p><strong>Das traurige Weihnachtsfest<\/strong><\/p>\n<p>Ein Erwachsener erinnert sich: \u201eUnvergesslich bleibt f\u00fcr mich der Heilige Abend, den ich als Kind in der Familie feiern durfte. Mit dem Vater besuchten meine Geschwister und ich am Nachmittag die Gro\u00dfmutter. Die Mutter blieb zuhause, denn sie hat, so wurde uns gesagt, viel zu tun und keine Zeit mitzugehen. Die Oma empfing uns mit einigen leckeren K\u00f6stlichkeiten und vor allem mit ihrem gro\u00dfen und weiten Herzen. Auf dem Heimweg machten wir Halt beim Grab von Opa und z\u00fcndeten Kerzen an. Zuhause angekommen durften wir nur in die K\u00fcche gehen, weil im Wohnzimmer das Christkind \u201ebei der Arbeit\u201c war. Die Spannung stieg. Nach dem Abendessen wurden Lieder gesungen und Gebete gesprochen. Wir wussten: wenn die Mutter kurz die K\u00fcche verlie\u00df, dann w\u00fcrde bald eine kleine Glocke l\u00e4uten, das langerwartete Signal, dass wir nun endlich das Wohnzimmer betreten durften. Was war das f\u00fcr ein Zauber, f\u00fcr ein Glanz, f\u00fcr ein Gl\u00fcck! Die Kerzen am Christbaum brannten, der Vater las das Weihnachtsevangelium vor, Stille Nacht wurde gesungen und dann verteilten die Eltern die Weihnachtsgeschenke.<\/p>\n<p>Ein St\u00fcck Himmel auf Erden. Das Weihnachtsfest im achten Lebensjahr war ganz gleich wie in allen anderen Jahren und doch ganz anders. Die Neugier, was das Christkind wohl dieses Jahr bringen w\u00fcrde, hat mich besiegt. Nach der R\u00fcckkehr vom Besuch bei der Oma n\u00fctzte ich die Gelegenheit und betrat f\u00fcr einige Augenblicke das Wohnzimmer. Sofort sah ich das Weihnachtsgeschenk, das auf mich wartete. Ich wusste es, aber es war zu fr\u00fch. Die Spannung war weg, aber auch die Freude war weg, der Glanz war weg. Eine Art Traurigkeit brach in mein Herz ein, ein unvergessliches Weihnachtsfest, aber leider im negativen Sinn. Ich verstand f\u00fcr mein Leben: Es braucht die Zeit des Wartens.\u201c<\/p>\n<p><strong>Warten k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt Wartezeiten, die uns auferlegt sind: wenn wir auf den Arzt warten, der uns behandelt; wenn wir auf den Bescheid einer Beh\u00f6rde warten, den wir ben\u00f6tigen; wenn wir auf die Reaktion eines Menschen warten, dem wir eine Frage gestellt haben usw. Warten kann da m\u00fchsam werden. Die Geduld wird auf die Probe gestellt. Neben dem auferlegten Warten gibt es das Warten, zu dem wir uns selbst verpflichten. Was kann das bedeuten: eine Arbeit zu Ende f\u00fchren, bevor ich anderen Interessen nachgehe. &#8211; eine Nachricht nicht sofort lesen. &#8211; ein Geschenk nicht gleich \u00f6ffnen. &#8211; etwas nicht sofort weitererz\u00e4hlen, sondern zuerst in Ruhe dar\u00fcber nachdenken. Im Menschen kommt h\u00e4ufig eine innere Ungeduld auf, die dazu treibt, etwas sofort haben, sagen oder entscheiden zu m\u00fcssen, wissen oder genie\u00dfen zu wollen, eine Unannehmlichkeit sofort beseitigen zu wollen usw. K\u00f6nnen wir noch warten?<\/p>\n<p><strong>Adventszeit \u2013 Wartezeit<\/strong><\/p>\n<p>Dem Osterfest geht eine \u201egro\u00dfe\u201c Fastenzeit voraus, dem Weihnachtsfest sollte eine \u201ekleine\u201c Fastenzeit vorausgehen. Ohne eine gewisse Entbehrung gibt es kein gro\u00dfes Fest, ohne Selbst\u00fcberwindung und Einschr\u00e4nkung w\u00e4chst die tiefere Freude nicht. Warten steigert die Freude. Dieses Lebensgesetz der Freude gilt f\u00fcr Kinder und f\u00fcr Erwachsene. Weihnachten ist f\u00fcr Christen zuallererst ein religi\u00f6ses Fest. Wir erfreuen uns auch am \u201eRahmenprogramm\u201c des Weihnachtsfestes: Adventm\u00e4rktle, Geschenke, Feiern, gute Mahlzeiten etc. Das Wesentliche dieses Festes ist f\u00fcr uns jedoch die Feier der Geburt Jesu Christi. Christen feiern Weihnachten mit Jesus. Sie \u00f6ffnen ihr Herz f\u00fcr Ihn, der f\u00fcr sie der Helfer, der Sinn und der Heilende des Lebens ist.<\/p>\n<p><strong>Drei Tipps f\u00fcr die Feier des christlichen Weihnachtsfestes<\/strong><\/p>\n<p><em>Moment der Stille und des Gebetes an jedem Tag der Adventszeit<\/em><\/p>\n<p>Fast jeder hat in den Tagen der Adventszeit viel zu tun. Die Hinwendung zu Gott in Augenblicken des Gebetes und der Stille ist jedoch kein Zeitverlust, sondern ein Zeitgewinn. Wer sich dazu durchringt, wird das best\u00e4tigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Besuch der Adventgottesdienste<\/em><\/p>\n<p>Jeder Gottesdienst ruft uns heraus aus der Welt des Allt\u00e4glichen und ruft uns hinein in die Welt Gottes. Eine junge Erwachsene, die schon Jahre nicht mehr bei der Messe war, aber dann doch wieder einmal den Mut aufbrachte, am Sonntagsgottesdienst teilzunehmen, meinte: \u201eIch habe viel mehr bekommen, als ich erwartet hatte.\u201c<\/p>\n<p><em>Warten k\u00f6nnen<\/em><\/p>\n<p>Worauf m\u00f6chte ich verzichten? Welche kleinen Wartezeiten m\u00f6chte ich mir auferlegen? Zu welcher Einschr\u00e4nkung bin ich bereit? Die Freude, am Berggipfel zu stehen, sp\u00fcren alle, die den m\u00fchsamen Aufstieg gewagt haben. Weihnachten ist auch so ein Gipfel, der bezwungen werden will.<\/p>\n<ol>\n<li>Johann und ich w\u00fcnschen Ihnen allen ein ganz frohes Weihnachtsfest und ein gutes und gesegnetes neues Jahr 2019<\/li>\n<\/ol>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Pfarrgemeinde, das lateinische Wort \u201eAdvent\u201c bedeutet \u00fcbersetzt Ankunft. 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