{"id":4487,"date":"2019-08-14T11:07:26","date_gmt":"2019-08-14T09:07:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=4487"},"modified":"2019-08-15T19:57:52","modified_gmt":"2019-08-15T17:57:52","slug":"glauben-mit-abraham","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/glauben-mit-abraham","title":{"rendered":"Glauben mit Abraham"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4488\" src=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/abraham-1260073_640-400x315.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"315\" \/>Liebe Schwestern und Br\u00fcder!<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Vorbild eines glaubenden Menschen im Alten Testament war Abraham und im Neuen Testament Maria. Deshalb verehren wir Abraham als den Vater der Glaubenden und Maria die Mutter der Glaubenden.<\/p>\n<p>Abraham wohnte in Ur in Chald\u00e4a, im Gebiet des heutigen Irak. Gott forderte ihn auf, seine Heimat zu verlassen und in ein fernes, ihm unbekanntes Land zu ziehen. Dar\u00fcber hinaus hat Gott ihm die Verhei\u00dfung einer Nachkommenschaft gegeben, so zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres. Abraham glaubte den Verhei\u00dfungen Gottes. Sein starkes Gottvertrauen wurde vierfach auf die Probe gestellt. 1. Gott verlangte von ihm, auf den v\u00e4terlichen Besitz zu verzichten. 2. Das verhei\u00dfene Land konnte er noch nicht in Besitz nehmen, erst seine Nachkommen. 3. Er musste sehr lange warten, bis ihm sein Sohn Isaak geschenkt worden ist. 4. Als er ihn hatte, verlangte Gott, dass er ihm seinen Sohn opfere und zur\u00fcckschenke. Abraham war dazu bereit, Gott aber verlangte dieses Opfer dann nicht.<\/p>\n<p>Wenn wir auf das Glauben des Abraham schauen, dann bekommen wir verschiedene Antworten, was glauben bedeutet. Ich m\u00f6chte euch drei Antworten zum Bedenken mit auf den Weg geben.<\/p>\n<p>Glauben hei\u00dft annehmen, was man nicht sieht.<\/p>\n<p>Abraham hat von seiner Nachkommenschaft nur einen gesehen: den Isaak. Aber er glaubte, dass er viele Generationen von Nachkommen haben werde. Jesus sagt zu Thomas: \u201eSelig, die nicht sehen und doch glauben.\u201c Wir sehen Gott nicht, aber vertrauen ihm. Wir sehen Jesus nicht, aber wir glauben, dass er in den Sakramenten wirkt und an uns handelt. Wir sehen manchmal nicht, wie es im Leben weiter gehen soll oder wie sich die Demenzkrankheit eines lieben Menschen entwickeln wird. Am Morgen eines Tages sehen wir manchmal nicht, wie wir alles schaffen sollen. Der glaubende Mensch vertraut auf Gott, den er nicht sieht. Er vertraut, dass Gott helfen wird, wo er noch keine L\u00f6sung sieht oder wo alle T\u00fcre verschlossen sind. Glauben hei\u00dft: \u00dcber das Sehen und Wissen hinaus vertrauen.<\/p>\n<p>Glauben hei\u00dft vertrauen, obwohl man nicht versteht.<\/p>\n<p>Wir Menschen sind zu vielem bereit, aber wir wollen zuerst einsehen, begreifen und verstehen. Im Glauben geht es meistens umgekehrt: Zuerst sich auf Gott einlassen und dann verstehen. Petrus hat absolut nicht verstanden, warum er nach einer erfolglosen Fischernacht noch einmal die Netze auswerfen sollte (vgl. Lk 5). Jesus wollte es. Er hat es getan und er fing so viele Fische wie noch nie. Der katholische Glaube h\u00e4lt an Dingen fest, wo sich der moderne Geist reibt: Dass Frauen nicht zum Priester geweiht werden k\u00f6nnen; dass zum Sonntag der Gottesdienstbesuch geh\u00f6rt; dass Gl\u00e4ubige auf k\u00fcnstliche Empf\u00e4ngnisregelung verzichten sollen; dass es die M\u00f6glichkeit einer ewigen Verwerfung gibt usw. F\u00fcr diese und andere Lehren gibt es Gr\u00fcnde, aber es kommt immer der Punkt, wo man das Unverst\u00e4ndliche oder Unbegreifliche annehmen muss. Wer sagt: Ich nehme nur das an, was ICH verstehe, wird immer wieder Schwierigkeiten mit der katholischen Glaubenswelt haben. \u00dcberraschend allerdings ist, dass der Geist und das Herz zur Ruhe kommen, wenn man bereit ist, das Unverst\u00e4ndliche anzunehmen. Im gl\u00e4ubigen Annehmen schenkt Gott ein inneres Verstehen. In der Heiligen Schrift gibt es viele Zeugnisse, wo sich Menschen auf Gott eingelassen haben, obwohl sie ihn nicht verstanden haben. Dann aber hat ihnen Gott machtvoll geholfen und sie durften vieles und viel mehr verstehen als die anderen Menschen. Da denke ich an Werner, der seit Jahrzehnten an den Rollstuhl gebunden ist. Monatlich bringe ich ihm die hl. Kommunion. Seit dem 26. Lebensjahr lebt er mit seiner Krankheit. Zun\u00e4chst hat er sich gewehrt, was nur verst\u00e4ndlich ist. Der innere Friede kam, wie er mir mehrmals bezeugte, als er Ja zu seiner Behinderung sagte. Das Annehmen des Unbegreiflichen brachte ihm die innere Ruhe.<\/p>\n<p>Glauben hei\u00dft treu sein, obwohl man nichts Besonderes f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Wir Menschen wollen stets in guter Stimmung sein. Wenn wir keine Lust haben, dann werden wir bequem oder schieben dies und jenes auf oder suchen irgendeinen Genuss zur Selbsttr\u00f6stung. Reif im Glauben werden jene Menschen, die unabh\u00e4ngig von Lust und Laune Tag f\u00fcr Tag beten, auf die innere rufende Stimme des Gewissens h\u00f6ren und ihr folgen, auch wenn sie nicht in bester Laune sind. Glauben hei\u00dft: nicht weglaufen, nicht bequem werden oder klagen, wenn es m\u00fchsam wird und die Lust fehlt. Glauben hei\u00dft treu sein.<\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, glaubende Menschen gehen \u00fcber die Grenzen des Sehens, des Verstehens, des Wissens und des F\u00fchlens hinaus. Wer immer wieder dazu bereit ist, wird innere Kraft empfangen, er wird Dinge verstehen, die f\u00fcr andere Menschen unverst\u00e4ndlich sind, er wird einen Frieden im Herzen erfahren, der kostbarer ist als vieles andere. Solchen Glauben belohnt Gott. Herr, gib uns Mut und Kraft zu einem solchen Glauben. Amen.<\/p>\n<p>P.Peter Willi FSO<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder! Das gr\u00f6\u00dfte Vorbild eines glaubenden Menschen im Alten Testament war Abraham und im Neuen Testament Maria. 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