{"id":648,"date":"2017-01-15T12:05:19","date_gmt":"2017-01-15T11:05:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=648"},"modified":"2022-12-27T13:45:58","modified_gmt":"2022-12-27T12:45:58","slug":"p-thomas-felder-abschiedspredigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/p-thomas-felder-abschiedspredigt","title":{"rendered":"P. Thomas Felder &#8211; Abschiedspredigt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/gisingen-paulus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-475\" src=\"http:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/gisingen-paulus-300x214.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/gisingen-paulus-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/gisingen-paulus.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Liebe Pfarrgemeinde von Gisingen!<br \/>\nLiebe Schwestern und Br\u00fcder, die ihr mir ans Herz gewachsen seid!<br \/>\nLiebe Kinder und Jugendliche!<\/p>\n<p>Vor gut 10 Jahren, im September 2006 wurde ich von der Gemeinschaft beauftragt, als Pfarrer in Gisingen zu wirken. Der Bischof hat mich daraufhin zum Pfarrer ernannt. Ich betrachte den Erhalt dieses Auftrages als F\u00fcgung Gottes, als Geschenk und als eine Freude \u2013 damals und mehr noch heute.<\/p>\n<p>Mit derselben Bereitschaft, mit der ich nach Gisingen kam, trete ich am Mittwoch meine neue Aufgabe als Leiter der Priestergemeinschaft des \u201eWerkes\u201c an.<br \/>\nIn meinem Leben habe ich stets erfahren, dass es Gott gut mit mir meint und so lasse ich mich von ihm f\u00fchren, in der Zuversicht, dass er damit etwas im Schilde f\u00fchrt. Oder sch\u00f6ne gesagt, dass er einen Plan des Heiles hat, dem zu dienen er mich berufen hat. Was immer es sein wird, ich m\u00f6chte dazu ja sagen und mein Bestes geben, so wie ich bem\u00fcht war, hier in unserem Gisingen, mein Bestes zu geben. Wie weit das gelungen ist, das zu beurteilen, \u00fcberlasse ich Jesus, der auch die Tiefen des Herzens kennt.<\/p>\n<p>Ich habe mich von Beginn an in Gisingen angenommen gewusst und war sehr schnell bei euch als \u201eW\u00e4lder\u201c und als \u201ePater vom Werk\u201c beheimatet.<br \/>\nIn diesen Jahren habe ich viel Unterst\u00fctzung, viel Wohlwollen, gute Ratschl\u00e4ge, hilfsbereite Menschen und viele Gebete erhalten. Daf\u00fcr danke ich ganz herzlich. Gott, der es immer gut mit uns meint, vergelte es euch mit seinem Segen, mit einem starken Glauben, mit einer gefestigten Einheit und mit viel Freude und Frieden mitten in den Herausforderungen und Pr\u00fcfungen des Lebens.<br \/>\nDanke wir heute gemeinsam \u00fcber das, was wir im Sinne Jesu miteinander f\u00fcr das Reich Gottes, die Pfarrfamilie und unser Dorf leisten konnten.<\/p>\n<p>Es dr\u00e4ngt mich, euch einige Dinge heute ans Herz zu legen. Es sind W\u00fcnsche und Empfehlungen eines scheidenden Pfarrers.<\/p>\n<p>Das gesellschaftliche Leben ist heute \u2013 wir erleben es Tag f\u00fcr Tag \u2013 von einer gro\u00dfen Dynamik gezeichnet. Oft gewinnt man den Eindruck, alles sei im Flu\u00df. Es ist tats\u00e4chlich vieles im Flu\u00df, vieles ist unbest\u00e4ndig, vieles ist in Zeiten der Globalisierung unruhig und wechselhaft geworden. Beheimatung und das Gef\u00fchl der Sicherheit nehmen ab und verunsichern viele.<\/p>\n<p>Da dr\u00e4ngt sich die Frage auf, wie wird die kirchliche Leben in Feldkirch und dar\u00fcber hinaus in den n\u00e4chsten 10, 20 Jahren sich entwickeln? Wird es noch junge, praktizierende Christen geben? Wie werden sie die Kraft finden, gegen den Strom der S\u00e4kularisierung zu schwimmen. Wie wird es den \u00fcberzeugten Getauften gelingen, mit Zuversicht und Hoffnung in einer Welt zu leben, die von Gott defact kaum mehr etwas wissen will? Was wird die Zukunft bringen? \u2013 diese ernsthafte Frage muss auch heute Platz haben, denn ein Christ ist nicht ein religi\u00f6ser Schw\u00e4rmer, sondern ein Mensch, der die Realit\u00e4t kennt und in ihr sich zu bew\u00e4hren, ja noch mehr sie im Sinne Jesu zu gestalten wei\u00df.<\/p>\n<p>Eines zeichnet sich \u2013 aus meiner Sicht \u2013 deutlich ab: das kirchliche und pfarrliche Leben wird sich immer mehr dem Urchristentum n\u00e4hern. Damals vor 2000 Jahren waren nur ganz wenige Christen. Sie lebten mitten in einer heidnischen Gesellschaft. Aber sie waren \u00fcberzeugt. Sie waren von einem Sendungsbewu\u00dftsein bestimmt. Es war ihnen klar, dass nicht sie das r\u00f6mische Imperium zu verbessern hatten, sondern dass es Jesus durch sie und viele andere nach ihnen dies tun will. Sie waren Salz mitten in der Gesellschaft, die sie oft ablehnte und zum Teil blutig verfolgte. Der hl. Sebastian, unser guter Freund und Helfer, hat es am eigenen Leib erlebt. Ich hoffe nicht, dass es bei uns so weit kommt, aber ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen wir es nicht.<\/p>\n<p>Worauf kommt es f\u00fcr eine Pfarrgemeinde in der Zukunft an? Gehen wir beim hl. Paulus in die Schule. Wenn wir seine Briefe an die Gemeinden lesen, dann k\u00f6nnen wir drei Dinge klar benennen. Diese drei Dinge lege ich euch ans Herz:<\/p>\n<ul>\n<li>Paulus geht es nicht um sich und nicht darum, dass die Gemeinden irgendwie gut funktioniert, sondern darum, dass m\u00f6glichst alle in der Liebe zu Jesus Christus tief verankert sind. Zukunft hat, wer Christus pers\u00f6nlich entdeckt und aufrichtig, so gut er kann, nach dem Evangelium lebt! Liebe Schwestern und Br\u00fcder! Versucht weiterhin Christus zur Mitte eures Lebens zu machen. Liebt ihn im Gebet und vor allem in der Sonntagsmesse, denn dort ber\u00fchren sich immer neu Himmel und Erde. Hier vereinigt er sich mit uns in einzigartiger Weise und wird zum tragf\u00e4higen, Freude stiftenden Fundament unseres Lebens. Christus will die Mitte jeder Gemeinde sein wie er die Mitte des Lebens des hl. Sebastian war. Das ist das Erste.<\/li>\n<li>Paulus verk\u00fcndet das Evangelium, das er empfangen hat, ungek\u00fcrzt. Er ist felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass das Evangelium die befreiende Wahrheit ist. Immer wieder betont er: Haltet fest am Glauben, den ihr empfangen habt. Neben der pers\u00f6nlichen und gemeinsamen Beziehung zu Christus bildet f\u00fcr Paulus die Lehre des Glaubens das Fundament f\u00fcr jeden Christen und f\u00fcr jede Gemeinde. Das ist heute gar nicht so leicht! Es kann herausfordernd sein, die Lehre des Evangeliums ungek\u00fcrzt zur eigenen Glaubens\u00fcberzeugung zu machen. Es ist herausfordernd, den \u00fcber 2000 Jahre \u00fcberlieferten Glauben der Kirche zu teilen und \u00fcberzeugt weiterzugeben. Das ist heute nicht \u201ein\u201c, aber es ist der richtige Weg, Jesus Freude zu bereiten und das Heil zu erlangen. Paulus war fest davon \u00fcberzeugt, dass eine Gemeinde langfristig nur Bestand haben kann, wenn sie auf dem Fundament der Wahrheit steht, auf dem Evangelium. Deshalb mein Wunsch und meine Bitte: Setzt euch mit dem Glauben auseinander, vertieft ihn, haltet treu am Evangelium fest wie dies der hl. Sebastian tat.<\/li>\n<li>Paulus war stets bem\u00fcht, die Einheit in den Gemeinden zu sch\u00fctzten und zu st\u00e4rken. Parteiungen, Spaltunge und immer wieder aufflammende Zwistigkeiten oder auch st\u00e4ndige N\u00f6rgeleien dienen niemanden und erzeugen Schaden f\u00fcr alle. Ich freue mich, in Gisingen die Erfahrung einer starken Einheit gemacht zu haben. Mein Wunsch und meine Bitte an euch: Bem\u00fcht euch nach dem Vorbild des hl. Sebastian, weiterhin eines Sinnes und voller Liebe einander gegen\u00fcber zu sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese drei Punkte: Christus \u2013 Wahrheit des Evangeliums \u2013 eines Sinnes und voll gegenseitiger Liebe \u2013 hat Paulus betont. Sie bilden den Wegweiser in eine hoffnungsvolle Zukunft \u2013 damals und auch heute.<\/p>\n<p><strong>Es bleibt mir zu danken:<\/strong><br \/>\nGott, der mir diese sch\u00f6nen, lehrreichen Jahre geschenkt hat &#8211; meiner Gemeinschaft, die mich nach Gisingen entsandt hat \u2013 der Pfarrhausfamilie, die f\u00fcr mich ein Zuhause war \u2013 allen, die die Pfarre tatkr\u00e4ftig mitgetragen haben \u2013 f\u00fcr das erhaltene Wohlwollen, das geschenkte Vertrauen und die erfahrene Erg\u00e4nzung \u2013 Dank geb\u00fchrt der treuen Gottesdienstgemeinde, die mir viel Kraft, Freude und R\u00fcckhalt gegeben hat \u2013 Dank sage ich allen, die f\u00fcr mich gebetet haben \u2013 ich danke allen, die anderer Meinung oder \u00dcberzeugung waren, aber den offenen, sachlichen Dialog gesucht haben. Vergelt\u00b4s Gott sage ich einfach f\u00fcr gar, gar alles \u2013 es war so viel!<br \/>\nIch schaue auf eine kostbare und wertvolle Zeit als Seelsorger zur\u00fcck. Vieles durfte ich mit euch und durch euch und durch die Aufgaben, die sich stellten, wachsen und lernen. Der Dienst hat mir immer viel Freude bereitet und Erf\u00fcllung geschenkt.<br \/>\nGott ist gut \u2013 er segne euch und euren weiteren Weg als Pfarrfamilie. Amen.<\/p>\n<p>P. Thomas Felder FSO<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Pfarrgemeinde von Gisingen! Liebe Schwestern und Br\u00fcder, die ihr mir ans Herz gewachsen seid! Liebe Kinder und Jugendliche! Vor gut 10 Jahren, im September <span class=\"readmore\"><a href=\"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/p-thomas-felder-abschiedspredigt\">Weiter lesen &#8230;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":475,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-648","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=648"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15381,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/648\/revisions\/15381"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/media\/475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}