{"id":7690,"date":"2020-07-13T11:13:15","date_gmt":"2020-07-13T09:13:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/?p=7690"},"modified":"2020-07-13T11:13:15","modified_gmt":"2020-07-13T09:13:15","slug":"sicherheit-in-unsicheren-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarre-gisingen.at\/sebastian\/sicherheit-in-unsicheren-zeiten","title":{"rendered":"Sicherheit in unsicheren Zeiten"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Pfarrgemeinde!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, kehrt das gesellschaftliche Leben Schritt f\u00fcr Schritt zur Normalit\u00e4t zur\u00fcck. Was aber ist eigentlich normal? Einander die H\u00e4nde zu reichen, ohne Mund- und Nasenschutz einkaufen gehen zu k\u00f6nnen und vieles andere mehr, sollte wieder normal sein. Gute Lebensmittel in die M\u00fclltonne zu werfen, B\u00fccher in China drucken zu lassen oder f\u00fcr fast kein Geld nach Barcelona oder London zu fliegen, sollte nicht mehr als normal angesehen werden. Ich sehe in der Coronakrise einen Ruf Gottes zu einer neuen Normalit\u00e4t, in der Millionen Menschen nicht mehr verhungern m\u00fcssen, Ungeborene leben d\u00fcrfen, die Umwelt von den \u00dcbertreibungen einer Wohlstandsgesellschaft nicht mehr belastet wird und viele Menschen wieder lernen, nach den zehn Geboten Gottes zu leben. Die Coronakrise hat viel Unsicherheit gebracht. Der Mensch aber will in Sicherheit leben. Was und wer gibt uns Sicherheit?<\/p>\n<p><strong>Einander Sicherheit schenken<\/strong><\/p>\n<p>Sicherheit und Geborgenheit ist das Beste, was Eltern ihren neugeborenen und heranwachsenden Kindern schenken k\u00f6nnen. Nicht nur Kinder auch Erwachsene brauchen Sicherheit. Pensionsversicherungen, Gesundheitssysteme, Polizei, Rettungsmannschaften, eine gute Regierung, gute Gesetze usw. geben uns Sicherheit. Alle m\u00fcssen dazu beitragen, dass dieses \u00f6ffentliche Sicherheitssystem gut funktioniert. Die \u00f6ffentliche Hand kann jedoch auch nicht alles leisten. Einander Sicherheit und Geborgenheit schenken, das muss jedem ein Anliegen sein. Miteinander statt nebeneinander und gegeneinander leben, schenkt Sicherheit.<\/p>\n<p>Teilen und solidarisch sein anstatt gierig und uners\u00e4ttlich sein, schenkt Sicherheit. Dem Anderen Zeit, Aufmerksamkeit, Hilfe, Wertsch\u00e4tzung, Dank, Wohlwollen und Vergebung schenken, l\u00e4sst uns Krisenzeiten durchstehen und bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p><strong>Gott schenkt Sicherheit<\/strong><\/p>\n<p>In der Heiligen Schrift wird Gott als Fels bezeichnet. In einem biblischen Gebet hei\u00dft es: \u201eEs lebt der HERR, gepriesen sei mein Fels! Der Gott, der Fels meiner Rettung, sei hoch erhoben\u201c (2 Sam 22,47). Der Fels ist Sinnbild f\u00fcr Sicherheit. Wer in guten Zeiten Gott die Treue h\u00e4lt, erf\u00e4hrt ihn in unsicheren und schweren Zeiten als Halt, Kraft und Felsen. In einem geistlichen Lied hei\u00dft es: \u201eGott, du hast ein Recht auf meine Treue.\u201c Wahre Liebe \u00fcberwindet die momentane Unlust, sie bew\u00e4hrt sich in der Treue, in der t\u00e4glichen und w\u00f6chentlichen Treue zu Gott, in der Treue zum Gebet und zum Gottesdienst, in der Treue zu seinem Wort und seinen Geboten.<\/p>\n<p>Ich habe eine konkrete Bitte an Sie: Bleiben Sie ein(e) treue(r) Gottesdienstbesucher( in) oder werden Sie es wieder. Das erste der f\u00fcnf Kirchengebote \u201eAm Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen an der Messe teilnehmen\u201c, gilt auch heute noch. Es ist nicht nur eine Empfehlung, es ist ein Gebot. In der Coronazeit haben die Bisch\u00f6fe vom Sonntagsgottesdienstgebot dispensiert, aber diese Zeit der Dispens ist wieder vorbei. Wer die Messe mitfeiern k\u00f6nnte, es aber nicht tut, macht sich schuldig vor Gott. Wer regelm\u00e4\u00dfig geht, auch wenn es ab und zu eine \u00dcberwindung kostet, wird mit der Zeit die Erfahrung machen: Ich empfange viel mehr als ich gebe.<\/p>\n<p><strong>Verantwortung \u00fcbernehmen f\u00fcr das eigene Leben schenkt Sicherheit <\/strong><\/p>\n<p>Ein Sprichwort sagt: \u201eJeder ist seines Gl\u00fcckes Schmied.\u201c Man k\u00f6nnte auch sagen: \u201eJeder ist seiner Sicherheit Schmied.\u201c Wer an Gott glaubt und ein Leben der N\u00e4chstenliebe und Solidarit\u00e4t lebt, baut sein Leben auf ein sicheres Fundament. Ich m\u00f6chte noch zwei sicherheitsf\u00f6rdernde Haltungen nennen: M\u00e4\u00dfigkeit und strukturiertes Leben. Unm\u00e4\u00dfigkeit ist Ausdruck von innerer Schw\u00e4che. Wer sich beim Essen, Trinken, Einkaufen, Arbeiten, Genie\u00dfen, Reden, beim Sport und Hobbies oder medialem Konsum nicht vern\u00fcnftige Grenzen setzen kann, ist innerlich schwach. Wer lernt, Grenzen zu setzen, um ein Zuviel und ein Zuwenig zu vermeiden, wird stark. M\u00e4\u00dfigkeit bewirkt innere Festigkeit und Kraft, ein strukturiertes Leben ebenso. In Medjugorje ist eine katholische Ordensgemeinschaft entstanden, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, drogenabh\u00e4ngige Menschen durch ein strukturiertes Leben zur inneren Kraft zur\u00fcckzuf\u00fchren. Es ist erstaunlich, wie erfolgreich diese Schule ist, auch wenn sie einiges abverlangt. Ein Leben mit m\u00f6glichst fixen Zeiten f\u00fcr Schlaf, Arbeit, Mahlzeiten und Erholung verleiht psychische Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Niemand sollte allzu schnell sagen: \u201eWir haben es geschafft! Wir werden es auch in Zukunft schaffen!\u201c Es ist anzunehmen, dass noch schwierige Momente kommen werden, f\u00fcr den einen mehr, f\u00fcr den anderen weniger. Wir verf\u00fcgen jedoch \u00fcber drei gewaltige Ressourcen: unser christlicher Glaube, Solidarit\u00e4t und Liebe und verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen Freiheit. In diesem Sinn w\u00fcnsche ich Ihnen viel Zuversicht f\u00fcr den weiteren Weg.<\/p>\n<p>P. Peter Willi FSO<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Pfarrgemeinde! W\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, kehrt das gesellschaftliche Leben Schritt f\u00fcr Schritt zur Normalit\u00e4t zur\u00fcck. Was aber ist eigentlich normal? 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