Viele schöne Begegnungen erwarten uns

Liebe Gisingerinnen und Gisinger!

KI – künstliche Intelligenz ist heute ein Wort im Munde vieler. Nicht alle haben Zeit, sich damit ausführlich auseinanderzusetzen. Aber viele wissen: Ohne KI gäbe es viele Möglichkeiten und Annehmlichkeiten des modernen Lebens nicht. Zugleich spüren viele: KI kann missbraucht werden und wird missbraucht, um Menschen zu manipulieren, zu kontrollieren oder um immer noch abscheulichere Waffen zu entwickeln. KI – Segen und Fluch! Auch von diesem technischen Instrument gilt, was der heilige Paulus vor 2000 Jahren gesagt hat: „Prüfet alles! Das Gute behaltet“ (1 Thess 5,21). Papst Leo XIV. hat sich im umfangreichen Dokument „Magnifica Humanitas“ damit auseinandergesetzt. Dieses Schreiben – eine Enzyklika – hat viel Zustimmung gefunden. Ich habe wichtige Sätze darin gefunden, auch für unser Pfarrleben.

KI und Pfarrleben

Der Papst schreibt. „Pflegen wir Beziehungen! In einer Zeit, die zu Beschleunigung und Fragmentierung neigt, verlangt der menschliche Körper weiterhin nach Fürsorge und Anerkennung durch Hände, die zu Zärtlichkeit fähig sind, durch aufmerksame Menschen und durch freundliche Worte. Die digitale Kultur vervielfacht Verbindungen und bietet neue Möglichkeiten der Begegnung; dennoch bewahrt das menschliche Herz ein unverzichtbares Bedürfnis nach Nähe“ (Nr. 239). Wie wichtig sind Beziehungen! Wie gut tun sie uns! Der christliche Glaube ist Beziehung: Beziehung zu Gott und Beziehung zu den anderen.

Unsere Pfarrgemeinde – ein Beziehungsnetz

Es gibt keine Organisation in Gisingen, wo es so viele Begegnungen und Beziehungen gibt, wie in unserer Pfarrgemeinde. Dennoch ist es mein Wunsch, dass dieses Beziehungsnetz noch dichter wird. Miteinander beten wir im Gottesdienst und bilden eine Gemeinschaft im Glauben. Miteinander sprechen wir außerhalb des Gottesdienstes: In Gruppen, bei vielen Begegnungen, am Friedhof, im Pfarr.Punkt, bei den vielen Veranstaltungen usw. Immer wieder darf ich hören: In der Gisinger Pfarrfamilie fühle ich mich zuhause.

Du bist willkommen! Bring jemanden mit!

Es gibt Menschen, die interessiert sind, mit unserer Pfarrfamilie in Beziehung zu treten, aber da gibt es eine gewisse „Schwellenangst“. Wenn aber jemand sagt: Komm mit mir!, dann kann die Schwellenangst überwunden werden. Manche warten darauf oder sind froh, wenn sie eingeladen und angesprochen werden: Zum Gottesdienst, für eine Gruppe, für einen ehrenamtlichen Dienst. Anderen ist die Pfarrgemeinde unbekannt. Wenn sie mitgenommen werden, entdecken sie eine Gemeinschaft, die sie anspricht. Als Pfarrer bin ich froh, wenn viele meiner Einladungen hineingetragen werden in die Straßen und Häuser von Gisingen. Danke allen, die es bereits tun.

Einladung des Papstes

„Ich lade dazu ein, an Orten und Zeiten festzuhalten, wo die physische Anwesenheit zählt: am gemeinsamen Tisch, an der christlichen Gemeinschaft, die sich versammelt, am Besuch bei einsamen Menschen und am Dienst an den Armen.“ Einer dieser vielen Orte ist unsere Pfarrgemeinde. In dieser Herbstnummer des Pfarrblättle findet ihr eine ganze Reihe von Begegnungsmöglichkeiten, die es in unserer Pfarrfamilie gibt. Wir haben ein schönes Angebot für alle Altersstufen. Ich denke, dass sich Papst Leo darüber freuen würde.

Manche Menschen klagen über Einsamkeit. Ein wenig Einsamkeit gibt es wohl in jedem Menschenleben, vor allem dann im Alter. Aber nicht jede Einsamkeit müsste sein. Es liegt auch an jedem einzelnen, sich zu öffnen, sich mitnehmen zu lassen und sich auf den Weg zu machen. Komm, es wird dir guttun! Nimm eine Einladung an, du wirst überrascht sein.

In diesem Sinn freue ich mich mit P. Kilian und guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf begegnungsreiche, herbstliche Wochen in unserer Pfarrfamilie.